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Erdstöße mathematisch betrachtet: Erdbeben: Tendenz zum gehäuften Auftreten

zuletzt aktualisiert: 03.03.2004 - 14:09

Barcelona (rpo). Die Erdbeben-Vorhersage steckt noch in den Kinderschuhen. Wird eine Warnung ausgesprochen, ist es meist auch schon zu spät. Jetzt hat sich der spanische Physiker Álvaro Corral die Sache einmal mathematisch vorgenommen.

Je länger das letzte Erdbeben zurückliegt, desto kleiner ist demnach die Gefahr für ein weiteres Erdbeben. Die Zeitintervalle zwischen den Beben folgen einer bestimmten Wahrscheinlichkeitsverteilung, wobei Erdstöße eine Tendenz zum gehäuften Auftreten zeigen.

Das hat der Corral bei einer Analyse aller Erbeben der vergangenen 30 Jahre herausgefunden, über die er in der Fachzeitschrift "Physical Review Letters" berichtet.

Corral hatte alle auf der Erde registrierten Beben seit 1970 analysiert und dabei im Gegensatz zu früheren Analysen nicht zwischen den eigentlichen Hauptbeben und den meist schwächeren Nachbeben unterschieden.

Anschließend teilte der Physiker von der Universität Barcelona die Oberfläche der Erde in verschiedene Zonen auf und berechnete die Zeitintervalle zwischen aufeinander folgenden Beben für jede Region. Sein Ergebnis: Die zeitliche Abfolge der Erdbeben ist nicht zufällig, sondern folgt einem allgemeinen Wahrscheinlichkeitsgesetz. Je schneller die Beben aufeinander folgen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für weitere Erdstöße in der Region.

Corral vergleicht die Wahrscheinlichkeitsverteilung mit der eines gezinkten Würfels: Bei einzelnen Würfen kann nicht vorhergesagt werden, welche Zahl erscheinen wird. Wird der Würfel jedoch oft genug geworfen, erscheint ein Ergebnis häufiger als die anderen. Obwohl also der Prozess zufällig ist, gehorcht er einer Wahrscheinlichkeitsverteilung, die ein Ergebnis begünstigt.

Genauso sei es bei Erdbeben: Die Zeit zwischen zwei Erdbeben kann - zumindest bisher - nicht vorhergesagt werden. Werden jedoch sehr viele Erdbeben über einen langen Zeitraum betrachtet, zeigt sich eine bestimmte Verteilung. Diese Wahrscheinlichkeitsverteilung ist laut Corral ein Hinweis darauf, dass der Entstehung von Erdbeben ein ganz einfacher physikalischer Mechanismus zugrunde liegen könnte.

Je länger ein Erdbeben zurückliegt, so ein spanischer Physiker, desto geringer ist die Wahrscheinlichkiet für ein erneutes Auftreten. Foto: RPO

 
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