UN-Konferenz in Japan: Erde droht riesiges Artensterben
zuletzt aktualisiert: 18.10.2010 - 09:27Tokio (RPO). Der Erde droht nach Ansicht von Wissenschaftlern das größte Artensterben seit der Ausrottung der Dinosaurier vor 65 Millionen Jahren. Begleitet von dieser Warnung und dem Appell, mehr für den Artenschutz zu tun, haben sich rund 8000 Delegierte aus 193 Ländern am Montag in Japan zu einer UN-Konferenz versammelt, deren Thema die Wahrung der biologischen Vielfalt ist. Am Ende der zweiwöchigen Verhandlungen soll die Festlegung auf 20 strategische Ziele stehen.
"Gesunde Ökosysteme sind die Grundpfeiler der menschlichen Entwicklung", erklärte der Präsident der Organisation Conservation International (CI), der Biologe Russ Mittermeier. Wenn ein Teil des komplexen Netzwerks lebender Organismen verschwinde - etwa die für die Bestäubung von Pflanzen unerlässlichen Bienen - könne das gesamte System zusammenbrechen, warnen die Wissenschaftler.
Trotz aller Absichtserklärungen hat sich die Weltgemeinschaft noch nicht auf eine große Initiative zum Artenschutz einigen können. "Wir haben es nicht geschafft, erfolgreich die Botschaft zu vermitteln, dass unsere Gesellschaft und unsere Volkswirtschaften letztlich von dieser biologischen Vielfalt abhängen", sagte Bill Jackson, stellvertretender Generaldirektor der Internationalen Naturschutzunion (IUCN).
Auch bei der UN-Konferenz in der japanischen Stadt Nagoya deuteten sich schwierige Verhandlungen an. Die Kluft verläuft ähnlich wie beim Klimaschutz vor allem zwischen Industriestaaten und Entwicklungsländern.
In Nagoya geht es unter anderem um die Frage, wie Profite aus genetischen Ressourcen gerecht aufgeteilt werden können - etwa aus Pflanzen, die in Entwicklungsländern wachsen und aus denen in Industriestaaten lukrative Medikamente hergestellt werden. Diskutiert werden soll außerdem der Vorschlag, einen größeren Teil der weltweiten Land- und Meeresfläche unter Schutz zu stellen.
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