Absterben schon in 20 Jahren befürchtet: Erderwärmung bedroht Great Barrier Reef
zuletzt aktualisiert: 12.02.2005 - 09:25Canberra (rpo). Das weltbekannte Korallenriff Great Barrier Reef vor der Küste Australiens, welches selbst nicht aktiven Tauchern ein Begriff ist, droht nach Angaben eines Experten schon in 20 Jahren durch die globale Erwärmung zerstört zu werden.
"Wir werden wahrscheinlich erleben, dass die Korallen sehr schnell aus großen Teilen des Riffs verschwinden, wie es in weiten Teilen der Karibik bereits geschehen ist", sagte Ove Hoegh-Guldberg, der Leiter des Zentrums für Meeresforschung an der Universität Queensland, der Zeitung "The Age".
Erhöhte Wassertemperaturen stellen eine Gefahr für die Algen dar, die auf den Korallenriffen leben und zu ihrem Wachstum beitragen. Sterben die Algen ab, so bleichen die Korallen aus. Wenn sich dieser Vorgang mehrfach wiederholt, stirbt das gesamte Korallenriff. Bereits im Jahr 2002 wurde das Great Barrier Reef durch warme Strömungen zu 55 Prozent beschädigt. "In 20 Jahren wird das Bleichen wahrscheinlich jährlich auftreten, so dass die Korallen abnehmen", wurde Hoegh-Guldberg von "The Age" zitiert.
Wissenschaftler haben bereits mehrfach vor einem Absterben des Riffs gewarnt, bisher war allerdings von einem Zeitraum von 50 Jahren die Rede. Das Great Barrier Reef vor Queensland ist mit einer Gesamtfläche von fast 350.000 Quadratkilometern der größte Insel- und Korallenkomplex der Welt. Das artenreiche fragile Ökosystem, das von den Vereinten Nationen zum Weltkulturerbe erklärt wurde, besteht aus mehr als 2.600 einzelnen Riffen und 300 Inseln.
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