Studien am Genpool: Forscher: Bald zwei neue Elefantenarten
zuletzt aktualisiert: 18.04.2008 - 11:31Berlin (RPO). Offenbar gibt es bald neue Elefantenarten. Forscher des Berliner Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) haben beobachtet, dass sich der Asiatische Elefant offenbar in zwei verschiedene Richtungen entwickelt. Anhaltspunkte bietet auch die Analyse des Erbguts.
Die Forscher hatten den Genpool von 78 thailändischen Elefanten untersucht. Der, so die Wissenschaftler, entwickele sich in verschiedene Richtungen. Ein Anhaltspunkt dafür, dass sich der Asiatische Elefant (Elephas maximus) in zwei Spezies entwickeln könnte, teilt die Leibniz-Gemeinschaft mit.
Tiere wie auch Menschen haben zwei Träger des Erbguts in ihren Zellen, die Mitochondrien und den Zellkern. Seit längerem ist bekannt, dass sich die Asiatischen Elefanten bezüglich der DNA der Mitochondrien in zwei Gruppen teilen lassen.
Die Zellkern-DNA, der eigentliche Genpool der Art, galt aber bisher als weitgehend homogen. Die Forscher um Evolutionsgenetiker Jörns Fickel untersuchten die Kern-DNA nun auf sogenannte Mikrosatelliten, sich häufig wiederholende Gensequenzen von kleiner Länge.
Die Ergebnisse sortierten sie in die beiden bekannten Gruppen der mitochondrialen DNA, konnten aber zunächst keine signifikanten Unterschiede im Genotyp feststellen. "Vergleicht man aber die weiblichen und männlichen Tiere getrennt, ist bei den Männchen der Unterschied plötzlich offensichtlich", erläutert Fickel.
Die männlichen Tiere verpaarten sich statistisch deutlich häufiger innerhalb der genetischen Untergruppe und begannen somit, zwei auseinander driftende Genpools zu bilden. Dies gilt unter Wissenschaftlern als Bestätigung des Beginns einer Artbildung.
Asiatische Elefanten haben sich in den letzten Jahrhunderten aus weiten Teilen des Kontinents zurückgezogen oder wurden verdrängt. In großer Zahl kommen sie den Angaben zufolge nur noch in Indien und südostasiatischen Ländern wie Thailand oder Laos vor. Aktuell leben noch ungefähr 50 000 Tiere in freier Wildbahn, doch Jagd auf Elfenbein und die Zerstörung des Lebensraums machen Elephas maximus zu einer stark bedrohten Art.
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