Eis aus einer Tiefe von 3084,99 Meter: Forscher bohren tiefstes Eisloch in Grönland
zuletzt aktualisiert: 25.07.2003 - 08:17Bremerhaven (rpo). Polarforscher haben in Grönland das bisher tiefste Loch ins Eis gebohrt. Sie gelangten hinab bis auf fast 3085 Meter. Die Bohrkerne aus der Tiefe sollen helfen, die Klimageschichte zu entschlüsseln.
Aus 3084,99 Meter Tiefe holt sich ein internationales Wissenschaftlerteam unter Leitung des Niels-Bohr- Instituts (Kopenhagen) Bohrkerne aus dem Eis. Sie sollen die Klimageschichte der letzten 100.000 Jahre entschlüsseln helfen und Hinweise auf die Entstehung der letzten Eiszeit geben.
Für Überraschung habe dabei die Entdeckung von Grundwasser über dem Boden gesorgt, sagte der deutsche Physiker Frank Wilhelms vom Alfred- Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung.
Wilhelms sieht darin ein Anzeichen für geothermische Aktivitäten, die auf einen Vulkan unter dem grönländischen Inlandeis hindeuteten. Ähnliche Indizien hätten sich aus Radarmessungen ergeben, die AWI- Flugzeuge vor zwei Jahren über Grönland gesammelt haben.
Noch tiefer als im arktischen Grönland haben bereits 1997/98 russische Forscher in der Antarktis gebohrt. Nahe ihrer Station "Vostock", rund 1300 Kilometer vom Südpol entfernt, stießen sie bis auf 3623 Meter tief durch das Eis. "Vostock" bietet auch noch einen weiteren Rekord: Mit minus 89,2 Grad Celsius wurde dort vor fast genau 20 Jahren (21. Juli 1983) der kälteste Punkt der Welt ermittelt.
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