Geringere Sonnenaktivität eine Ursache: Forscher erwarten kältere Winter in Mitteleuropa
zuletzt aktualisiert: 15.04.2010 - 12:06Katlenburg-Lindau (RPO). Klimawandel in die andere Richtung: Menschen in Großbritannien und Mitteleuropa müssen in den kommenden Jahren öfter mit kälteren Wintern rechnen. Britische und deutsche Forscher vom renommierten Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung machen unter anderem geringere Sonnenaktivität für diese Entwicklung verantwortlich.
Als mögliche Ursache für kalte Winter sieht das Max-Planck-Institut, dass in Zeiten niedriger Sonnenaktivität die milden Winde vom Atlantik Europa im Winter nicht erreichen. Stattdessen seien Großbritannien und Mitteleuropa dann dem Einfluss kalter Winde aus dem Nordosten ausgesetzt. Einem vom Menschen erzeugten Klimawandel, der die Temperaturen auf der Erde im Mittel ansteigen lässt, widersprächen diesen Erkenntnisse nicht.
Derzeit sei die Sonne deutlich weniger aktiv als in den 90 Jahren zuvor, sagt Max-Planck-Direktor Sami Solanki. Für ihre Studie hätten die beteiligten Wissenschaftler britische Wetteraufzeichnungen, die bis 1659 zurückreichen, mit der Sonnenaktivität im selben Zeitraum verglichen und statistisch ausgewertet. Da verlässliche Messdaten zum Magnetfeld der Sonne erst seit etwa 1900 vorliegen, rekonstruierten die Forscher ältere Werte mit Hilfe von Computersimulationen.
Der statistische Vergleich der magnetischen "Fieberkurve" der Sonne mit der Wetterdatenbank spreche eine deutliche Sprache, sagt Solanki. Bei geringer Sonnenaktivität liege die durchschnittliche Wintertemperatur in Großbritannien etwa ein halbes Grad niedriger als sonst.
Ob auch der nächste Winter in Großbritannien und Mitteleuropa klirrend kalt wird, können die Wissenschaftler nicht vorhersagen. Die nun vorgelegten Ergebnisse seien "statistischer Natur" und deuteten lediglich auf den Trend hin, dass in Zeiten niedriger Sonnenaktivität ungewöhnlich kalte Winter häufiger auftreten.
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