Mit Genforschung gegen Hunger: Forscher knacken den Weizen-Code
zuletzt aktualisiert: 27.08.2010 - 16:46Paris (RPO). Britische Wissenschaftler haben den Gencode von Weizen geknackt. Die am Freitag veröffentlichten Erkenntnisse werden von Experten als wichtiger Schritt im Kampf gegen globalen Hunger bezeichnet. Denn im Angesicht des Klimawandels muss die weltweite Weizenernte drastisch gesteigert werden.
"Die jüngsten, kurzzeitigen Preisspitzen an den Weizenmärkten haben gezeigt, wie anfällig unser Nahrungsmittelsystem für Erschütterungen und mögliche Knappheiten ist", erklärte Doug Kell von Britischen Forschungsrat für Biotechnische und Biologische Wissenschaft (BBSRC) zur Veröffentlichung des Weizen-Genoms am Freitag.
Für größere Nahrungsmittelsicherheit müsse man verstehen, "wie die Getreideernten - vor allem in Anbetracht des Klimawandels - dauerhaft erhöht werden können".
Die Weizenpreise waren Anfang des Monats in die Höhe geschnellt, weil Waldbrände in Russland und Überschwemmungen in Pakistan einen Ernteeinbruch befürchten ließen. Der Gencode von Weizen sei "fünfmal so groß wie das menschliche Genom", erklärte Keith Edwards von der Universität Bristol.
Er sei "eine riesige Herausforderung für Wissenschaftler". Die Forscher entschlüsselten das Erbmaterial einer Weizenart, die nicht handelsüblich ist, sondern eigens für die Wissenschaft gezüchtet wurde - Chinese Spring sei "die 'Laborratte' der Weizenwelt", sagte Mike Bevan vom John Innes Centre, das ebenfalls an der Arbeit beteiligt ist.
Die Forschungsergebnisse sollen dabei helfen, den Weizen widerstandsfähiger gegen Krankheiten, Trockenheit und Schädlinge zu machen sowie den Ernteertrag zu erhöhen.
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