Kannibalische Dinosaurier auf Madagaskar: Forscher untersuchten "Knochengruben"
zuletzt aktualisiert: 03.04.2003 - 12:34London (rpo). Auch bei den Dinosauriern gab es schon Kannibalen. So soll der Fleisch fressende Majungatholus atopus gelegentlich auch eigene Artgenossen verspeist haben.
Das berichten amerikanische Forscher, die Fossilien untersucht hatten, im britischen Fachblatt "Nature" (Bd. 422, S. 515). Zahnspuren auf den Fossilien belegten, dass viele der Knochen abgenagt worden waren und zwar von Angehörigen der eigenen Art. Ob der Kannibale auch gezielt Jagd auf seine Artgenossen gemacht hat, konnte bislang nicht geklärt werden.
Majungatholus atopus bevölkerte vor mehr als 65 Millionen Jahren Madagaskar. Fossile Überreste der Dinosaurier brachten die Forscher um Raymond Rogers vom Macalester College (St. Paul/ US-Bundesstaat Minnesota) nun auf die Spuren des kannibalischen Fressverhaltens. Sie untersuchten versteinerte Knochen von Majungatholus, die an drei verschiedenen Orten auf der Insel in regelrechten "Knochengruben" gemeinsam mit den Überresten anderer Tiere gefunden worden waren, etwa mit Vögeln, Fischen oder Säugetieren.
Nach einem Vergleich der Fraßspuren auf den Knochen mit dem Gebiss von Majungatholus stand zweifelsfrei fest, dass dieser nicht nur andere Saurier gefressen hat, sondern auch Artgenossen. Bislang gab es keinen eindeutigen Beweis, dass Dinosaurier Kannibalismus betrieben haben. Entsprechende Hinweise sind Angaben der Wissenschaftler zufolge in jüngster Zeit immer wieder entkräftet worden. Heute kennt man kannibalistisches Fressverhalten hauptsächlich von Reptilien und Vögeln, aber auch 14 der derzeit lebenden Säugetiere sind Kannibalen.
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