Flossen als Party-Snack begehrt: Grausame Jagd bedroht Haifisch-Bestände
zuletzt aktualisiert: 17.05.2007 - 22:34London (RPO). Wissenschaftler schlagen Alarm: Eine brutale Jagd auf Haifische bedroht die Bestände der Weltmeere. Vor allem in China sind die Flossen der Raubfische als Party-Snack begehrt. Um die Nachfrage zu stillen, betreiben die Jäger eine grausame Praxis: Nach dem Fang schneiden sie den Tieren nur noch die Flossen ab, um sie danach ins Meer zurückzuwerfen.
Ihre Warnung gelte auch für die Hoheitsgewässer der Europäischen Union, teilten das US-Programm Lenfest Ocean und die Shark Alliance als Dachgruppe von 30 Nichtregierungsorganisationen am Donnerstag in London mit. Verantwortlich sei dafür insbesondere die Praxis des so genannten "Finning", bei der den Haien die Flossen abgeschnitten werden. Die EU müsse daher das "Finning" nicht nur im Grundsatz verbieten, sondern auch dafür sorgen, dass davon keine Ausnahmen mehr möglich seien, hieß es in einer Erklärung.
Der laxe Umgang mit den bestehenden Verboten und juristische Schlupflöcher hätten zur Folge, dass das Finning von den Haifischfängern nicht aufgegeben werde, erklärten die Wissenschaftler. Nur wenn bei der Haifischjagd eine Verpflichtung bestehe, die Fische in einen Hafen zu bringen, könnten die Fangmengen überprüft werden. Die von den Vereinten Nationen und in offiziellen Berichten genannten Tonnagen zum Haifisch-Fang seien als Folge davon viel zu niedrig angesetzt. Insgesamt würden vermutlich zwischen 23 und 76 Millionen Tonnen Haifisch pro Jahr durch den Fischfang getötet. In den EU-Hoheitsgebieten sei bereits rund ein Drittel der Haifisch-Arten vom Aussterben bedroht.
"Die Mittelschicht in China wird immer reicher und gibt immer mehr Geld aus", sagte die Mit-Autorin Sarah Fowler. "Haifisch-Flossen gelten dort noch immer als ultimativer Luxus, der bei Hochzeiten, Banketten und Geschäftsessen nicht fehlen darf." Die Nachfrage nach Haifisch-Flossen erhöhe sich jährlich um fünf Prozent. Ein Kilo Haifischflossen erzielt auf dem Weltmarkt Preise von bis zu 500 Dollar. Die wichtigsten europäischen Exporteure sind Spanien, Frankreich und Großbritannien.
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