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Klimawandel: Hurrikans und Flutwellen auch für 2006 erwartet

zuletzt aktualisiert: 27.12.2005 - 12:04

Paris (rpo). Der Klimawandel führt rund um den Globus zu traurigen Rekorden. Hurrikans, Flutwellen und Überschwemmungen sorgten 2005 für schlimme Verwüstungen und zahlreiche Tote. Was im vergangenen Jahr in ungewöhnlicher Häufung auftrat, wird sich Experten zufolge auch im neuen Jahr fortsetzen.

Ein Satellitenbild des Hurrikans "Wilma". Experten zufolge ist auch in Zukunft mit Katastrophen zu rechnen, die durch den Klimawandel begünstigt werden.  Foto: AP
Ein Satellitenbild des Hurrikans "Wilma". Experten zufolge ist auch in Zukunft mit Katastrophen zu rechnen, die durch den Klimawandel begünstigt werden. Foto: AP

Die Ursachen dieser Wetterdesaster liegen in klimatischen Entwicklungen, die auch für die Zukunft nichts Gutes versprechen. "Der Trend zur Erwärmung ist da", sagt Susanne Asmus vom Deutschen Wetterdienst, und dies werde unter anderem zu einer erhöhten Zahl von Überschwemmungen führen - vielleicht nicht gleich 2006, aber langfristig allemal. Und auch in den USA, wo eine Rekordzahl von Hurrikans verzeichnet wurde, erwarten Experten für das kommende Jahr eine ähnlich heftige Saison.

Den nachhaltigsten Eindruck hinterließ wohl der Hurrikan "Katrina", weil dieser Sturm nicht nur die Stadt New Orleans zerstörte und über tausend Menschen tötete, sondern auch die selbstbewusste Supermacht USA auf brutale Weise in ihrer Hilflosigkeit bloßstellte. "Katrina" war dabei ein Hurrikan von vielen - der Wirbelsturm "Stan" richtete im Oktober in Zentralamerika mindestens ebenso schlimme Verwüstungen an und tötete über 2000 Menschen. Insgesamt 14 Hurrikans zählten die Wetterexperten in den USA seit dem 1. Juni, soviel wie nie in einer Saison. Zum ersten Mal, seit 1851 die Messungen begannen, erreichten gleich drei Stürme die Stufe fünf auf der Saffir-Simpson Skala: Das entspricht Böen von 280 Stundenkilometern.

Ob New Orleans oder Guatemala: die meisten Opfer sind stets bei den ohnehin Armen und Schwachen zu beklagen. Besonders grausam bestätigte sich dies bei dem Erdbeben in der indisch-pakistanischen Grenzregion Kaschmir im Oktober. 75.000 Menschen wurden getötet, diejenigen, die überlebten, müssen jetzt angesichts des Wintereinbruchs um ihr Dasein fürchten. Anders als bei Tropenstürmen und Überschwemmungen liegt das Erdbeben in Kaschmir nicht in der globalen Erwärmung begründet, sondern in der stetigen Verschiebung der eurasischen und der indischen Erdplatte, die genau dort aufeinandertreffen. Die Menschen in dieser zwischen Indien und Pakistan umkämpften Region müssen also in Zukunft weiter mit Beben rechnen. Und auch eine Tsunami-Flutwelle nach einem Unterwasserbeben wie Ende Dezember 2004 in Asien könnte sich wiederholen.

Die gleiche furchtbare Regelmäßigkeit zeigte sich in diesem Jahr auch in Afrika, wo in Niger nach monatelanger Dürre und einer Heuschreckenplage eine Hungersnot Millionen Menschen bedrohte und tausende tötete. Dem Welternährungsprogramm der UNO zufolge starben in diesem Jahr durch Hunger mehr als sechs Millionen Menschen, mehr als durch Aids, Malaria und Tuberkulose zusammen.

Dauerhaft ist aber die ganze Menschheit vom Klimawandel und dessen Folgen betroffen. "Das wird den ganzen Globus betreffen, denn das Klima ist ja ein globales System", sagt Asmus. So wird es in Europa auf jeden Fall mehr und mehr winterliche Niederschläge anstelle von Schnee geben. Das heißt nicht nur, dass weiße Weihnachten irgendwann nur noch in der Erinnerung der älteren Menschen existieren werden, sondern auch, dass es mittel- bis langfristig mehr Überschwemmungen geben wird.

Einen Zufluchtsort gibt es nicht, schon 2005 spielte das Wetter weltweit verrückt: In der ersten Dezemberwoche wurden auf den Philippinen zehntausende Menschen wegen massiver Regenfälle evakuiert, während in Jordanien das Religionsministerium die Menschen aufforderte, für Niederschläge zu beten. Die Kanarischen Inseln wurden mit nie gekannter Wucht von einem Tropensturm heimgesucht, während in Nordrhein-Westfalen ein plötzlicher Kälteeinbruch zu massiven Stromausfällen und Verkehrschaos führte. Auch im Norden Frankreichs verursachten Unwetter Stromausfälle, und der Nordosten der USA wurde durch heftige Schneestürme lahmgelegt.

Quelle: afp

 
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