Umweltverschmutzung und Raubbau: In 42 Jahren gibt es keine Fische mehr
zuletzt aktualisiert: 03.11.2006 - 08:08Washington (RPO). Flüsse, Seen und Meere könnten bis zum Jahr 2048 buchstäblich tot sein. Wissenschaftler warnen, dass Umweltverschmutzung und Überfischung das Aussterben des Lebens in den Gewässern der Welt verursachen, wenn der derzeitige Trend anhält. Grundlage der Befürchtungen ist die Studie eines internationalen Wissenschaftlerteams.
Sollte der derzeitige Trend anhalten, wären bis etwa zur Mitte des Jahrhunderts nahezu alle Fischarten und Meeresfrüchte ausgestorben, heißt es in der Studie in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "Science". Damit wäre das Gleichgewicht des gesamten Ökosystems bedroht, wie Boris Worm von der Dalhousie-Universität in Halifax in der kanadischen Provinz Nova Scotia schreibt.
Worm ist der Hauptautor der von Ökologen und Ökonomen erstellten Studie. Die Wissenschaftler konzentrierten sich in ihrer Untersuchung zwar vor allem auf die Ozeane, die Warnungen der Experten gelten aber gleichermaßen für Binnengewässer und Flüsse.
Das internationale Wissenschaftlerteam um Worm hat vier Jahre lang an der Studie gearbeitet und unter anderem globale Fangdaten der Welternährungsorganisation (FAO) für Fische und wirbellose Tiere von 1950 bis 2003 ausgewertet. Trotz aller pessimistischer Prognosen weisen die Wissenschaftler auch darauf hin, dass es für eine Trendumkehr noch nicht zu spät sei. Dies müsse allerdings rasch geschehen.
Die Experten fordern dazu eine Abkehr von einer Konzentration auf einzelne Arten hin zu einem umfassenden Ökosystem-Management. Konkret fordern sie neue Meeresschutzgebiete, eine bessere Abstimmung, um eine Überfischung zu vermeiden, sowie verstärkte Maßnahmen gegen Umweltverschmutzung. Die Wissenschaftler verweisen darauf, dass in weltweit 48 Gebieten, in denen Maßnahmen zum Schutz der maritimen Artenvielfalt getroffen worden seien, eine dramatische Verbesserung eingetreten sei. Zugleich habe sich auch die Produktivität und Stabilität des Ökosystems verbessert.
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