US-Studie: Auch Deutschland nicht ausreichend vorbereitet: In Europa und USA wird es bis 2100 immer wärmer
zuletzt aktualisiert: 15.08.2004 - 20:06Washington (rpo). Europa und Nordamerika drohen einer wissenschaftlichen Studie zufolge in den kommenden 100 Jahren immer häufigere und längere Hitzeperioden. Auch Länder wie Deutschland und Frankreich sind betroffen. Das bringt ernstzunehmende Probleme mit sich, da diese Länder nicht ausreichend auf die Folgen der Klimaentwicklung vorbereitet sind.
Dies berichtet die US-Zeitschrift "Science" in ihrer neuesten Ausgabe. Den Wissenschaftlern vom Klimaforschungszentrum in Boulder im US-Bundesstaat Colorado zufolge werden zukünftig vor allem die Regionen von Hitzewellen bedroht sein, die jetzt schon besonders davon betroffen sind.
Zu den betroffenen Gegenden gehören demnach der Westen und der Süden der USA sowie der europäische Mittelmeerraum. Allein Paris müsse durchschnittlich zwei- statt anderthalbmal pro Jahr mit einer Hitzeperiode rechnen, die zudem statt maximal zwölf jeweils bis zu 17 Tage dauern könne. Aber auch Deutschland könnte nach der Studie öfter von Hitzewellen betroffen sein. Die Forscher warnten vor den "ernstzunehmenden Folgen", da die betroffenen Regionen nicht ausreichend vorbereitet seien.
Für ihre Studie stützten sich die Forscher auf ein neu entwickeltes Berechnungsmodell. Anschließend verglichen sie ihre Prognoseergebnisse für den Zeitraum von 2080 bis 2099 mit den Daten von 1961 bis 1990 in Chicago und Paris. Grundlage für ihre Annahmen war der steigende Anteil von Treibhausgasen in der Atmosphäre. Allein in Frankreich starben im vergangenen Sommer nach amtlichen Angaben knapp 15.000 Menschen an den Folgen der brütenden Augusthitze, unter ihnen vor allem Senioren und chronisch Kranke. Auch Chicago war 1995 von einer schweren Hitzewelle betroffen.
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