Fotografien veröffentlicht: Isoliert lebende Indianer ganz nah
zuletzt aktualisiert: 01.02.2012 - 16:03Berlin (RPO). "Survival International" hat neue Nahaufnahmen unkontaktierter Indianer veröffentlicht. Es seien die detailliertesten Bilder, die es bisher von Indianern ohne Verbindung zur restlichen Welt gebe, teilte die Organisation für die Rechte indigener Völker am Dienstag in Berlin mit.
Die Fotos zeigen eine unkontaktierte Familie der Mashco-Piro-Indianer in Peru. Vor einem Jahr waren Luftaufnahmen eines unkontaktierten Volkes in Brasilien um die Welt gegangen.
"Survival International"-Direktor Stephen Corry erklärte, die Bilder bestätigten die Existenz von Völkern, die in völliger Isolation lebten. Es sei "nicht mehr akzeptabel für Regierungen, Unternehmern oder Anthropologen, dies zu bestreiten". Der Wunsch dieser Gruppen, allein gelassen zu werden, sollte respektiert werden.
Die Mashco-Piro, nach Angaben von "Survival International" eines von ungefähr 100 unkontaktierten Völkern weltweit, leben im Manu-Nationalpark im Südosten Perus. In den vergangenen Monaten seien Angehörige dieses Volkes vermehrt gesichtet worden. Es werde vermutet, dass illegale Holzfäller sowie tieffliegende Helikopter benachbarter Öl- und Gasprojekte die Indianer aus ihrer Heimat im Wald vertrieben.
Beatriz Huertas, peruanische Expertin für unkontaktierte Völker", sagte, es könne jeden Moment zu einem Kontakt kommen. Sie verwies auf den Fall des Matsigenka-Indianers Nicolas Flores, der kürzlich in der Nähe des Manu-Nationalparks durch den Pfeil eines anderen Indianers getötet wurde.
Flores habe seit fast 20 Jahren Essen und kleine Geschenke für eine Gruppe Mashco-Piro Indianer ausgelegt. "Wir müssen präventive Maßnahmen ergreifen und mit den lokalen Behörden so schnell wie möglich einen Notfallplan erarbeiten, um sicherzustellen, dass so etwas nicht wieder passiert", sagte Huertas.
"Survival International" äußerte sich bereits im vergangenen Jahr besorgt über Berichte, nach denen Touristen am Flussufer Kleidung für Indianer zurückließen. Inzwischen sei das Gebiet für Besucher geschlossen und eine Warnung an lokale Bewohner herausgegeben worden. Die Indianer-Behörde Indepa plane die Einrichtung eines Wachpostens, um sowohl die unkontaktierten Gruppen als auch die lokale Bevölkerung zu schützen.
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