Ein größerer Penis ist in kalten Regionen von Vorteil: Kaltes Wetter macht großen Penis
zuletzt aktualisiert: 05.04.2004 - 15:11Lund (rpo). Das beste Stück in der männlichen Welt zeigt sich im Laufe der Evolution sehr abhängig von der Umgebungstemperatur. Ein Blick in die Tierwelt beweist: Niedrige Temperaturen haben bei manchen Säugetieren größere Penisse wachsen lassen. Der Luststängel des arktischen Walrosses bringt es etwa auf weit über einen halben Meter.
Bei Raubtier- und Robbenarten, die in nördlichen Breiten leben, ist das männliche Fortpflanzungsorgan im Allgemeinen größer als bei ihren Verwandten in wärmeren Gefilden. Das zeigten kanadische Zoologen durch einen Vergleich der Penislänge von 122 Arten mit unterschiedlichem Verbreitungsgebiet. Die größere Penislänge der nordischen Arten ist vermutlich durch Besonderheiten ihres Paarungsverhaltens bedingt, berichten Steven Ferguson und Serge Larivière vom Limnologischen Institut in Winnipeg in der Fachzeitschrift "Oikos" (Bd. 105, S. 255).
Die unwirtlichen Wetterbedingungen führen in nördlichen Breiten dazu, dass sich Männchen und Weibchen nur selten und dann meist an gemeinsamen Sammelplätzen zur Fortpflanzung treffen. Unter diesen Umständen paaren sich beide Geschlechter oft mit mehreren Partnern. Dabei kann nach Ansicht von Ferguson und Larivière ein größerer Penis von Vorteil sein. Die Männchen mit einem besonders langen Fortpflanzungsorgan können ihre Spermien schneller nahe an die Eizellen bringen als Konkurrenten mit einem kleineren Penis. Ein Vergleich der Penislängen von Arten aus kalten und solchen aus warmen Regionen bestätigte die Vermutung der Forscher, dass deshalb der Penis nordischer Formen im Laufe der Evolution größer wurde.
Knochen zur Abschätzung der Penislänge
Zur Abschätzung der Penislänge nutzen die Forscher einen Knochen, den alle Raubtiere und Robben in ihrem Penis haben - das Baculum. Stets war dieses bei nordischen Arten länger. Beim arktischen Walross beträgt die Länge sogar 60 Zentimeter. Die in warmen Zonen lebenden Seeelefanten haben dagegen einen recht kurzen Penisknochen. Dafür sind die Männchen bei den Seeelefanten deutlich schwerer als die Weibchen, von denen jeder Seeelefantenbulle mehrere gegen seine Geschlechtsgenossen verteidigt.
In einem solchen System von Harems konkurrieren die Männchen durch ihre Körpergröße, weil sie direkt um die Weibchen kämpfen. Die Haremsbesitzer brauchen deshalb nach Ansicht der Forscher keinen so großen Penis, da sie die einzigen sind, die ihre Weibchen begatten können. Die Spermien eines Seeelfantenbullen haben darum keine Konkurrenz und brauchen auch keinen Vorsprung auf dem Weg zur Eizelle.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum








