Über eine Milliarde Menschen haben kein sauberers Trinwasser: Knappes Gut: "Weltwassertag" erinnert an schwindende Ressourcen
VON CHRISTOPH SCHROETER - zuletzt aktualisiert: 22.03.2004 - 10:28Düsseldorf (rpo). Drei Viertel der Erdoberfläche sind mit Wasser bedeckt. Lediglich ein Prozent davon kann als Trinkwasser genutzt werden. Über eine Milliarde Menschen weltweit hat keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Dadurch bedingte Krankheiten töten jährlich allein 15 Millionen Kinder. Grund genug für die Vereinten Nationen einen Weltwassertag ins Leben zu rufen.
Dieser "Internationale Tag des Wassers" wurde auf der UNO-Vollversammlung am 22. Dezember 1992 beschlossen und findet seit dem immer am 22. März statt. Mit seiner Hilfe soll die internationale Gemeinschaft auf die gravierenden Probleme und den Handlungsbedarf bei der nachhaltigen Wasserversorgung hingewiesen werden.
Nach Angaben des Bundesverbandes der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft (BGW) hat nur etwas mehr als die Hälfte aller Menschen in vielen Entwicklungsländern Zugang zu sauberem Wasser. Verschmutztes Trinkwasser und fehlende oder mangelhafte Abwasserentsorgung seien die Ursache für 80 Prozent aller Krankheiten in diesen Ländern.
"Wasser und Naturkatastrophen"
Das diesjährige Motto lautet „Wasser und Naturkatastrophen“ und löst das Leitmotiv des Vorjahres „Wasser und Zukunft“ ab. Damit wollen die Vereinten Nationen auf die weltweit stark angestiegene Zahl der durch Wasser verursachten Katastrophenfälle aufmerksam machen. Folgenschwere Hochwasser und Überschwemmungen sind im vergangenen Jahrzehnt deutlich häufiger aufgetreten als in den vorangegangenen Dekaden.
Selbst Länder sind betroffen, die man früher mit Überschwemmungen gar nicht in Verbindung gebracht hätte, beispielsweise Tunesien oder Ägypten. Gut in Erinnerung ist auch noch die Jahrhundertflut in Mitteleuropa im Sommer 2002. Allein in Deutschland standen während der Elbflut ganze Städte unter Wasser und wurden zerstört.
Bundesregierung fördert Hochwasserschutz
Die Bundesregierung fördert ein Forschungsprogramm, mit dem neue Techniken zur Verbesserung des Hochwasserschutzes entwickelt werden sollen. Für die wissenschaftliche Erforschung zum Management von Flut-Risiken stelle die Regierung in den kommenden Jahren zehn Millionen Euro bereit, sagte Bundesforschungsministerin Edelgard. Das Förderprogramm solle am "Internationalen Tag des Wassers" gestartet werden.
Die Bundesregierung verspreche sich von dem Programm einen verbesserten Schutz vor Flutkatastrophen wie zum Beispiel dem Elbhochwasser im vergangenen Jahr, sagte die Ministerin. "Die Forschung kann wesentlich dazu beitragen, künftige Hochwasser besser vorherzusehen und mögliche Schäden schneller und effektiver vorzubeugen", erklärte Bulmahn weiter.
Dazu gehöre eine engere Zusammenarbeit von Wissenschaft, Wirtschaft und Behörden. Die Forscher sollen auch billigere Verfahren zur Deich-Sanierung entwickeln. Bislang schätzen die betroffenen Bundesländer die Kosten für die Erneuerung der Deiche allein an der Elbe auf 500 Millionen Euro bis 2015.
Das wichtigste Nahrungsmittel
Wasser ist aber auch das wichtigste Nahrungsmittel. In vielen Ländern herrscht Mangel am feuchten Nass, in den Entwicklungsländern haben rund 1,2 Milliarden Menschen überhaupt keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.
Deutschland hat nach BGW-Angaben im internationalen Vergleich bei der Wasserversorgung einen Spitzenplatz. Der jährliche Vorrat wird auf 182 Milliarden Kubikmeter Grund-, Oberflächen- und Quellwasser veranschlagt. Rund 6700 Wasserversorger fördern davon pro Jahr etwa drei Prozent oder 5,4 Milliarden Kubikmeter.
Der Verbrauch der deutschen Haushalte liegt bei durchschnittlich 128 Liter pro Einwohner und Tag – ein im Vergleich mit den anderen Industrienationen sehr niedriger Wert. Das andere Extrem sind die USA, hier liegt der tägliche Verbrauch bei über 400 Litern pro Kopf.
Hierzulande entfallen nur vier Prozent auf Essen und Trinken. Der größte Anteil kommt auf Baden, Duschen und Körperpflege mit 36 Prozent, die Toilettenspülung mit 27 Prozent und Wäschewaschen mit 12 Prozent. Der Rest wird bei der Raumreinigung, der Autopflege, beim Geschirrspülen, im Garten und bei Tätigkeiten im Kleingewerbe verbraucht.
Das deutsche Trinkwasser ist für seine Spitzenqualität anerkannt. Im Bundesdurchschnitt muss der Verbraucher für 1000 Liter Trinkwasser etwa 1,72 Euro bezahlen, unabhängig davon, ob die aktuelle Nachfrage wie im vergangenen Sommer hoch ist oder auch niedrig. Für Versorgungssicherheit und -qualität oder Erneuerung von Versorgungsanlagen und Rohrnetzen werden nach BGW-Angaben jährlich gut 2,3 Milliarden Euro investiert.
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