Rolle von Küssen untersucht: Liebe ist wie Lust auf Schokolade
zuletzt aktualisiert: 16.02.2009 - 11:45Chicago (RPO). Alle Romantiker sollten jetzt besser nicht weiterlesen: Liebe kommt nicht von Herzen, sondern aus dem Gehirn - das ist die ernüchternde Botschaft von US-Wissenschaftler. Bei schwer verliebten Menschen seien Gehirnbereiche aktiv, mit denen auch die Lust auf Schokolade gesteuert werde.
Das sagte die Anthropologin Ellen Fisher bei einem Wissenschaftskongress in Chicago. Der romantische Kuss ist demnach lediglich Auslöser biochemischer Reaktionen mit dem Ziel, das Paarungsverhalten des Homo Sapiens anzukurbeln.
Fisher, die für ihre Studie die Gehirnaktivitäten von Männern und Frauen in einem Computertomographen gemessen hat, betrachtet Liebe als eine Art natürliches Aufputschmittel. "Bei verliebten Menschen werden Gehirnregionen aktiviert, die auch durch den Konsum von Kokain angeregt werden", sagte die Anthropologin von der Rutgers University im US-Bundesstaat New Jersey.
Das Küssen hält Fisher für einen natürlichen Instinkt, der in einem Drei-Stufen-Modell Gehirnfunktionen stimuliert, die alle mit Paarung und Fortpflanzung zusammenhängen. Zunächst rege der Kuss über das Sexualhormon Testosteron die sexuelle Begierde der Menschen an.
Zweitens werde beim intensiven Knutschen der Botenstoff Dopamin ausgeschüttet, der das Verlieben in einen Partner beschleunige. Schließlich ströme beim Küssen auch das "Treuehormon" Oxytocin, damit die frisch Verliebten lange genug zusammenbleiben, um gemeinsam Kinder aufzuziehen.
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