Neue Erkenntnisse vorgestellt: Mammuts doch nicht Opfer frühzeitlicher Jäger?
zuletzt aktualisiert: 25.03.2004 - 14:44Santa Cruz (rpo). Für das Aussterben der Mammuts sind vermutlich doch nicht frühzeitliche nordamerikanische Jäger verantwortlich. Ergebnisse der amerikanischen Forscherin Kathryn Hoppe nähren Zweifel an der bisher angenommenen Theorie.
Das legen Isotopen-Untersuchungen von Mammut-Zahnschmelz nahe, über deren Ergebnisse die amerikanische Forscherin Kathryn Hoppe von der Universität von Kalifornien in Santa Cruz im Wissenschaftsmagazin "New Scientist" (Ausgabe vom 27. März, S. 16) berichtet.
Die Paläontologen sind sich uneins, warum die Mammuts einst ausstarben. Umfangreiche Klimaveränderungen und auch die Theorie, dass frühe Jäger ganze Herden der Großsäuger ausrotteten, sind mögliche Erklärungen. Hoppe untersuchte nun das Verhältnis von Kohlenstoff-, Sauerstoff- und Strontium-Isotopen im Zahnschmelz von Mammuts verschiedener Fundstätten. Kohlenstoff-Isotope variieren mit der Ernährung und der lokalen Vegetation. Sauerstoff-Isotope hängen vom Klima ab und Strontium-Isotope von der örtlichen Bodenchemie.
Theoretisch sollten daher Mammutüberreste von Fundstellen, an denen ganze Familien liegen, weniger Unterschiede in der Isotopen-Zusammensetzung zwischen den einzelnen Individuen aufweisen als Mammuts von Fundstellen, an denen sich über die Zeit hinweg viele Exemplare angesammelt haben.
In der Praxis bestätigt
Diese Theorie konnte die Paläontologin jetzt in der Praxis bestätigen: Zwischen den Überresten von einer Fundstätte, von der bekannt war, dass dort eine komplette Herde gestorben war, variierten die Isotopen-Zusammensetzungen der einzelnen Tiere sehr wenig. Dagegen unterschied sich die Zusammensetzung bei Knochen von einer Fundstelle, an der sich nach und nach die Überreste einzelner Mammuts angesammelt hatten, sehr stark.
Daraufhin analysierte Hoppe Mammutüberreste von drei weiteren Fundstätten in Neu Mexiko, Colorado und Texas. Bei diesen Fundstätten war unklar, wie die Tiere starben. Vermutet wurde eine Ausrottung durch frühzeitliche Jäger der so genannten Clovis-Kultur.
Bei allen drei untersuchten Fundstätten variierten die Isotopen-Verhältnisse stark. Das Muster entsprach genau dem der Knochen, von denen bekannt war, dass sie von Mammuts aus unterschiedlichen Zeiten stammten. Das zeige eindeutig, dass die Exemplare nicht miteinander verwandt waren und somit nicht aus der Massenausrottung ganzer Familien stammten, schlussfolgert Hoppe.
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