Stockholm: Medizin-Nobelpreis an drei Amerikaner
zuletzt aktualisiert: 05.10.2009 - 12:36Stockholm (RPO). Der Nobelpreis für Medizin geht in diesem Jahr an drei Forscher aus den USA für ihre Leistungen auf dem Gebiet der Erbgutforschung. Wie die Königlich-Schwedische Akademie am Montag in Stockholm mitteilte, geht die Auszeichnung zu je einem Drittel an Elizabeth Blackburn von der University of California, Carol Greider von der Johns Hopkins University und Jack Szostak von der Harvard Medical School.
Geehrt werden die drei für ihre Erkenntnisse über die Vervielfältigung von Chromosomen, den Trägern der Erbmasse in der Zelle. Insbesondere zeigten sie, wie die Chromosomen durch besondere Strukturen an ihren Enden - sogenannte Telomere - bei der Vervielfältigung vor der Zerstörung bewahrt werden.
Damit beschrieben die Wissenschaftler einen grundlegenden Ablauf in der Zelle mit weitreichenden Konsequenzen für das Verständnis von Krankheiten wie Krebs und für die Entwicklung neuer Therapien.
Alle drei Wissenschaftler sind US-Bürger. Blackburn hat zudem die australische Staatsbürgerschaft. Blackburn und Greider sind auch mit dem Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preis ausgezeichnet worden.
Der Nobelpreis für Medizin wird in diesem Jahr zum 100. Mal verliehen. Das Preisgeld beträgt 10 Millionen Schwedische Kronen, umgerechnet etwa 974.000 Euro. Im vergangenen Jahr war die Auszeichnung unter anderem an den Deutschen Harald zur Hausen gegangen.
Die Ehrung für Mediziner ist traditionell der erste von insgesamt sechs Preisen, die jedes Jahr im Namen des schwedischen Geschäftsmanns und Dynamit-Erfinders Alfred Nobel vergeben werden. Mit ihnen wollte der 1896 gestorbene Preisstifter Einsätze zugunsten der Menschheit über seinen Tod hinaus fördern wollte.
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