Ozeaneum Stralsund zeigt nordische Wasserwelten: Merkel eröffnet Deutschlands größtes Meeresmuseum
zuletzt aktualisiert: 11.07.2008 - 14:53Stralsund (RPO). Stralsund hat eine neue Attraktion: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Freitag Deutschlands größtes Meeresmuseum eröffnet. Auf rund 8.700 Quadratmetern können im dortigen Ozeanum Besucher ab Samstag auf eine Unterwasserreise durch die Ostsee, die Nordsee und den Atlantik bis in die polaren Meere gehen. Ein Höhepunkt der Ausstellung sind sieben lebensgroße Wal-Modelle.
In ihrer Ansprache zur Einweihung des rund 60 Millionen Euro teuren Neubaus am Deutschen Meeresmuseum sprach Merkel von einem einzigartigen kulturellen und touristischen Glanzstück in Mecklenburg-Vorpommern, das nicht nur die deutsche, sondern auch die europäische Museumslandschaft bereichere. "Mit diesem Ort der Emotionen, Bildung und Forschung wird das internationale Renommee des Deutschen Meeresmuseums weiter wachsen", sagte sie bei dem Festakt vor rund 300 geladenen Gästen. "Hier kann man trockenen Fußes in die Unterwasserwelt eintauchen", schwärmte die Kanzlerin.
In 39 Aquarien, die insgesamt sechs Millionen Liter Wasser fassen, sind Fische, Korallen und andere Meereslebewesen zu sehen. Die Reise führt über die Haff- und Boddengewässer von Mecklenburg-Vorpommern, über die Ost- und Nordsee und findet ihren Abschluss in den atlantischen Kaltwassermeeren des Nordens. Nach Einschätzung von Museumsdirektor Harald Benke zählt die Ausstellung wegen ihrer Aquarien und Exponaten zu den "Top Ten" der Meeresmuseen weltweit. Rund 20.000 Gäste werden bereits am ersten Wochenende erwartet.
Weltgrößte Wal-Dokumentation
Ein Highlight der Ausstellung ist der von der Umweltorganisation Greenpeace mitfinanzierte Bereich "1:1 Riesen der Meere": In einer 20 Meter hohen Halle können die Besucher sieben lebensgroße Wal-Modelle bewundern und Walgesängen lauschen. Der Bereich gilt als weltgrößte Wal-Dokumentation.
Doch es geht den Ausstellern nicht nur darum, die Schönheit der Unterwasserwelt zu demonstrieren. Auch Klimawandel, Überfischung oder Wasserverschmutzung werden erklärt. Die Besucher erfahren dabei, wie bedroht die Ozeane und ihre Lebewesen sind. Es würden nicht nur die Glanzwelten, sondern auch die Gefahren gezeigt, die den Meeren und ihren Bewohnern drohten, sagte die Kanzlerin in ihrer Rede.
Zwei Jahre dauerte der Bau, an dem sich die Bundesregierung mit 30 Millionen Euro und das Land Mecklenburg-Vorpommern mit 17,5 Millionen beteiligt haben. Der Bau einer Pinguinanlage wurde wegen der Kostenexplosion zunächst verschoben. Die veranschlagten Kosten des Neubaus sind den Angaben zufolge ohnehin um zehn Millionen Euro überzogen worden. Um rentabel zu sein, braucht das Ozeaneum rund 550.000 Zuschauer jährlich.
Zunächst ermäßigter Eintritt
Nicht alle Becken konnten bis zur Eröffnung mit Meerestieren bestückt werden. Dazu gehört auch das 2,6 Millionen Liter fassende Schwarmfischbecken, das aber in spätestens zwei Wochen mit Bewohnern präsentiert wird, wie die Museumleitung versicherte. Bis alles fertig sei, bleibe der Eintritt reduziert.
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