Jury hat entschieden: "Notleidende Banken" Unwort des Jahres
zuletzt aktualisiert: 20.01.2009 - 10:24Frankfurt/Main (RPO). "Notleidende Banken" ist zum Unwort des Jahres 2008 gekürt worden. Das teilte Jury-Sprecher Horst Dieter Schlosser am Dienstag in Frankfurt am Main mit. Auf Platz zwei landete "Rentnerdemokratie".
Aus rund 1000 Einsendungen hat die Experten-Jury der Universität in Frankfurt am Main das Unwort des Jahres 2008 ausgewählt. Unter den Vorschlägen waren nach Angaben des Gremiums unter anderen die Begriffe "notleidende Banken" oder "intelligente Wirksysteme" für Artilleriemunition.
Die vom Altbundespräsidenten Roman Herzog genannte "Rentnerdemokratie", in der die Alten die Jungen ausplünderten, sei ebenso vorgeschlagen worden wie "Rettungsgeschwister", also Kinder, die für eine gentechnische Behandlung ihrer kranken Geschwister gezeugt werden, sagte der Sprecher der Jury, der Frankfurter Professor Horst Dieter Schlosser.
Das Unwort des Jahres wird seit 1991 gekürt. Im vergangenen Jahr war der von Kritikern des Betreuungsgeldes verwendete Begriff "Herdprämie" als Unwort erkoren worden.
Börsen-Unwort 2008
Zeitgleich wurde in Düsseldorf das Börsen-Unwort 2008 verkündet. Es lautet: "Leerverkauf". Dieser Begriff sei irreführend, weil er befürchten lasse, dass Leerverkäufe ohne jeden "Inhalt" vonstatten gehen könnten, begründet die Jury ihre Entscheidung.
Jeder Verkäufer aber müsse das Wertpapier, gegebenenfalls ein ausgeliehenes, im Depot haben, weil er am Kassamarkt binnen zweier Tage seiner Lieferverpflichtung gegenüber dem Käufer nachkommen müsse.
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