Entscheidung des Landesgerichts Bozen: Nürnberger Ehepaar ist "offizieller Ötzi-Finder"
zuletzt aktualisiert: 04.11.2003 - 14:21Nürnberg/Bozen (rpo). Das Nürnberger Ehepaar Helmut und Erika Simon wurde vom Landesgericht Bozen als offizieller Finder der Gletscherleiche "Ötzi" bestätigt. Der Entscheidung war ein monatelanger Rechtsstreit zwischen dem Paar und der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol vorangegangen.
Diese hatte bestritten, dass die Simons die eigentlichen Finder der Gletschermumie sind. Die Simons hatten die Gletscherleiche im September 1991 während einer Bergwanderung in den Ötztaler Alpen entdeckt. Seither kämpften sie für die offizielle Anerkennung als Finder des 5300 Jahre alten "Ötzis" sowie um Finderlohn. Im März 1998 reichte das Paar schließlich Klage beim Landesgericht Bozen ein. Im Januar dieses Jahres begann der Prozess.
Außerdem verurteilte das Gericht die Provinz Bozen dazu, die Verfahrenskosten sowie weitere Auslagen des Ehepaares in Höhe von rund 10 000 Euro zu begleichen. Zum Ausgang des Verfahrens plant das Nürnberger Ehepaar für diesen Freitag eine Pressekonferenz in Bozen.
"Mutige" Entscheidung
Der Anwalt des Ehepaares, Georg Rudolph aus Nürnberg, wertete die Entscheidung der Bozener Richterin als "mutig". Er rechnet jedoch damit, dass die Provinz Bozen dagegen Berufung beim Oberlandesgericht einreichen wird. "Die wollen uns mürbe machen", sagte Rudolph.
So sei es noch weiter offen, ob und in welcher Höhe das Ehepaar Finderlohn erhalte. Dieser könnte in Höhe einer sechsstelligen Euro- Summe ausfallen. Immerhin habe sich "Ötzi", der inzwischen in einem eigens für ihn gebauten Museum in Bozen aufbewahrt wird, zu einer Touristenattraktion entwickelt und ziehe jährlich Hunderttausende zahlende Besucher an, sagte der Anwalt.
"Schäbig und hinterwäldlerisch"
"Den Bozenern geht es ganz klar ums Geld. Die benehmen sich schäbig und hinterwäldlerisch", kritisierte der Jurist. Seine Mandanten seien indes vor allem an der Genugtuung durch eine offizielle Anerkennung interessiert gewesen. Zu dem Fund gehören neben "Ötzis" Körper noch zahlreiche Ausrüstungsgegenstände wie Pfeile und Werkzeuge.
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