Zoologen ließen Nesseltiere hungern: Nur satte Korallen sind bunte Korallen
zuletzt aktualisiert: 25.03.2004 - 15:34London (rpo). Hungrige Korallen sind eher blass, farbenprächtige Korallen erfreuen sich meist einer ausgewogenen Krebsmahlzeit. Das haben jetzt Zoologen vom Wissenschaftszentrum in Monaco nachgewiesen. Eine gute Ernährung führe auch zu besserem Wachstum.
Das zeigten die Zoologen, indem sie einige Korallen hungern ließen und andere mit winzigen Krebsen fütterten. Über ihre Forschungsergebnisse berichten Fanny Houlbrèque und ihr Team in der Fachzeitschrift "Journal of Experimental Biology" (Band 207, S. 1461).
Alle riffbildenden Korallen beherbergen in ihrem Inneren Algen aus der Gruppe der Dinoflagellaten. Diese versorgen die Nesseltiere mit zusätzlichen Nährstoffen und unterstützen die Bildung des Kalkskeletts der Korallen. Außerdem sind die Algen für die Farben der Korallen verantwortlich: Die monegassischen Zoologen fanden jetzt heraus, dass die Intensität der Korallenfärbung von der Zahl der Algen abhängt.
Um zu klären, welchen Einfluss die Nährstoffversorgung auf das Skelettwachstum der Korallen hat, ließen Houlbrèque und ihre Kollegen einige Steinkorallen der Art Stylophora pistillata hungern, während sie andere mit den Larven von Salinenkrebschen fütterten. Nach acht Wochen zeigten die gefütterten Korallen nicht nur eine stärkere Skelettentwicklung als die hungrigen Tiere, sie hatten auch leuchtendere Farben.
Wie eine genauere Untersuchung den Forschern zeigte, hatte bei den gefütterten Korallen die Zahl der Algen deutlich zugenommen. Offensichtlich konnten die gut genährten Korallen die Algen besser mit Mineralstoffen versorgen, woraufhin diese sich stark vermehrten - und mit ihnen auch die Farbstoffe, die die Korallen bunt machen.
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