Mängel auch bei der Weiterbildung: OECD: Deutschland braucht mehr Hochschulabsolventen
zuletzt aktualisiert: 08.09.2009 - 11:42Berlin (RPO). Deutschland liegt im Vergleich mit anderen Industrieländern bei der Zahl der Hochschulabsolventen und auch in der Weiterbildung weiter zurück. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) drängte die Bundesrepublik am Dienstag bei der Vorlage ihres Berichts "Bildung auf einen Blick" zu einem größeren Engagement in diesem Bereich.
In Deutschland stieg dem Bericht zufolge die Zahl derjenigen eines Jahrgangs, die ein Hoch- oder Fachhochschulstudium abschließen, von 14 Prozent im Jahr 1995 auf 23 Prozent im Jahr 2007. In den OECD-Ländern, für die entsprechende Zahlen vorliegen, stieg die Absolventenquote dagegen von 18 auf 36 Prozent.
Der Zahl der Studienanfänger lag in Deutschland im Jahr 2007 bei 34 Prozent. Nach der Türkei, Belgien und Mexiko ist das der geringste Wert innerhalb der OECD. Im Jahr 2008 stieg die Quote allerdings auf 36 Prozent. Auch in der Weiterbildung hinkt Deutschland laut OECD hinterher.
Bildung gut für dern Verdienst
Während in Australien, Finnland oder Schweden 13 Prozent und mehr der 30- bis 39-Jährigen für ein Vollzeit- oder Teilzeitstudium eingeschrieben sind, sind es in Deutschland nur 2,5 Prozent. Nach der Türkei und Korea ist das der geringste Wert innerhalb der OECD.
Deutschland investiert gemessen an seiner Wirtschaftskraft auch weniger Geld als die meisten anderen Industriestaaten in Bildung. Die gesamten öffentlichen und privaten Ausgaben für Bildung lagen in Deutschland im Jahr 2006 bei 4,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Unter den OECD-Ländern gaben nur die Türkei, die Slowakei, Spanien und Irland einen geringeren Anteil für Bildung aus.
Eine höhere Bildung zahlt sich dem Bericht zufolge auch im Verdienst deutlich aus. Männer, die nach Schulabschluss direkt ein Studium aufnehmen, können in Deutschland in ihrer Erwerbszeit im Vergleich zu einer beruflichen Ausbildung mit einem Einkommensplus von durchschnittlich 150.000 Euro brutto nach heutigem Wert rechnen.
Für Frauen liegt der Wert aufgrund niedrigerer Löhne und einer höheren Teilzeitquote bei 95.000 Euro.
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