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Importiertes Bärensperma aus China soll endlich zum Erfolg führen: Panda-Bärin Yan-Yan: schwanger dank Samencocktail?

zuletzt aktualisiert: 24.03.2004 - 15:37

Berlin (rpo). Sechs Mal haben Tierzüchter bereits versucht, die Berliner Panda-Bärin Yan Yan mit Samen des in der Hauptstadt lebenden Bären-Männchens Bao Bao zu befruchten - ohne Erfolg. Nun sollen Experten des Pekinger Zoos helfen: mit impotiertem Panda-Sperma.

Für die inzwischen recht betagte Berliner Pandabärin Yan Yan gibt es damit neue Hoffnung auf Nachwuchs. Die Experten aus dem Pekinger Zoo weilen seit Mittwoch in der Hauptstadt, um die 19 Jahre alte Bärin zu untersuchen und zu entscheiden, mit welchem aus China importierten Pandabären-Samencocktail Yan Yan am besten geschwängert werden kann.

Die schwarz-weiße Bärin, die 1995 als Leihgabe nach Berlin kam, wurde bereits sechs Mal künstlich mit dem Samen des in der Hauptstadt lebenden Bären-Männchens Bao Bao befruchtet. Doch sie wurde nicht schwanger. In diesem Jahr soll ein spezieller Samencocktail das gewünschte Ergebnis bringen. Yan Yan und Bao Bao sind die einzigen Großen Pandabären in deutschen Zoos. In Europa lebt ein weiteres Pärchen der vom Aussterben bedrohten Raubtiere in Wien.

Berlins Bürgermeisterin Karin Schubert (SPD) macht sich seit Jahren in der "Panda-Frage" für die Zusammenarbeit mit chinesischen Experten stark. So besuchte sie 2003 das Riesen-Panda-Forschungszentrum im Pekinger Zoo. Bereits damals war immer wieder die Rede von einem Samencocktail aus China für die Bärin gewesen.

Frühere Vorhaben scheiterten an Auflagen

Zu guter Letzt scheiterte das Vorhaben aber an den zu hohen Artenschutz-Auflagen für die vom Aussterben bedrohten Tiere. Laut Gesetz ist der Import von Pandasamen mit ebenso strengen Auflagen belegt wie der Handel mit den Tieren überhaupt.

In diesem Jahr könnte der Samen nach den Worten von Jörg Tramm von der Senatskanzlei zur rechten Zeit am rechten Ort sein. Bis April, wenn Yan Yan voraussichtlich ihre fruchtbare Zeit hat, ist es möglich die Naturschutzauflagen zu erfüllen, sagte Tramm, der für die Städtepartnerschaft mit Peking zuständig ist.

Dann sollen erneut Experten aus der chinesischen Hauptstadt mit dem Samencocktail "im Gepäck" der Bärin zu Mutterfreuden verhelfen. Die Experten haben Tramms Angaben zufolge sehr gute Erfahrungen bei der künstlichen Befruchtung mit einem Mix aus dem Samen mehrerer Bären gemacht.

Yan Yan ahnt dieser Tage noch nichts von dem Wirbel, den sie in Expertenkreisen auslöst. "Sie ist top gepflegt, sieht bestens aus und macht einen guten Eindruck", sagt Zoo-Vorstand Heiner Klös. Der Biologe wäre sehr glücklich, wenn in diesem Jahr ein Samencocktail für Yan Yan aus China käme.

Allerdings dämpft er die Erwartungen auf putzige Bärenbabys ein bisschen. "Wir sind nur begrenzt optimistisch, dass Yan Yan schwanger wird". Mit 19 Jahren nähere sich Yan Yan von der Fruchtbarkeit her einer "Schallgrenze". Und auch die Hormonkurve, die allerdings nur aus dem Urin ermittelt werden könne, sei "schwach".

Klös geht davon aus, dass Yan Yans fruchtbare Zeit in diesem Jahr zwischen dem 15. und 20. April liegen wird. Optimistisch fügt er hinzu: Panda-Nachwuchs wäre eine Sternstunde für den Zoo und Berlin.

Die vom Aussterben bedrohten schwarz-weißen Pandabären sind lediglich ein Mal im Jahr und dann auch nur für etwa 36 Stunden empfängnisbereit. Anhand des Hormonspiegels war bei den vergangenen Versuchen von den Zoomitarbeitern der vermutlich günstigste Zeitpunkt bei Yan Yan ermittelt worden. Leider wurde die Bärin nach keiner der künstlichen Befruchtungen schwanger.

Sollte es in diesem Jahr klappen, würde Yan Yan nach einer Tragezeit von etwa vier Monaten ein oder vielleicht auch zwei Bärchen zur Welt bringen. Die Kleinen wiegen bei ihrer Geburt nur etwas mehr als 100 Gramm und sind zunächst blind.


 
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