Forscher entdecken Todesursache: Pharao Tutanchamun starb an Malaria
zuletzt aktualisiert: 16.02.2010 - 20:29Chicago (RPO). Wissenschaftler eines internationalen Forscherteams haben angeblich die Todesursache des ägyptischen Pharaos Tutanchamun herausgefunden. Er soll an an einer Knochenkrankheit gelitten haben und letztendlich an Malaria verstorben sein. Die Forscher haben die Mumie des Herrschers mithilfe von Computertomographie und Genanalysen untersucht. Tutanchamun wurde nur 19 Jahre alt.
Außerdem gelang es den Wissenschaftlern, unter zehn weiteren Mumien die Eltern und eine Großmutter Tutanchamuns zu identifizieren. Ihre Ergebnisse stellen Zahi Hawass vom Supreme Council of Antiquities in Kairo und seine Kollegen im Fachmagazin "JAMA" vor (Bd. 303, Nr. 7).
In der 18. Dynastie des Neuen Reichs regierte eine der mächtigsten Pharaonen-Familien im alten Ägypten. Sie war von 1550 bis 1295 vor Christus an der Macht. Die Entdeckung des intakten Grabs von Tutanchamun im Tal der Könige im Jahr 1922 lieferte den Archäologen zahlreiche Informationen über das Leben des Pharao und seiner Familie.
Viele Todesursachen Tutanchamuns
Über die Todesursache des jungen Regenten wurde bis heute viel spekuliert: Wissenschaftler fanden Indizien dafür, dass er an den Folgen eines Oberschenkelbruchs, einer Blutvergiftung oder einer Fettembolie starb. Andere vermuten einen gewaltsamen Tod: einen Schlag auf den Hinterkopf oder Giftmord.
Die Forscher um Hawass entdeckten nun im mumifizierten Körper Tutanchamuns bei genetischen Tests Erbmaterial verschiedener Krankheitserreger. Einer dieser Erreger ist der Malaria-Parasit Plasmodium falciparum. Außerdem fanden sie mittels Computertomografie Hinweise auf die Kohler-Krankheit, eine seltene Störung des Knochenaufbaus, die an sich jedoch nicht tödlich verläuft.
Tutanchamun starb wohl an der Malariainfektion in Verbindung mit der Knochenkrankheit, vermuten die Wissenschaftler. Grabbeigaben stützen diese Vermutung: Ein Gehstock könnte auf die geschwächten und sich zersetzenden Knochen des Königs hinweisen, und die beigelegte Medizin könnte zur Heilung der Malaria im Jenseits gedacht worden sein.
Forscher entdecken Tutanchamuns Vater
Neben der Mumie Tutanchamuns unterzogen die Forscher zehn weitere königliche Mumien genauer anthropologischer, radiologischer und genetischer Untersuchungen. Darunter befanden sich auch die Großmutter väterlicherseits, die Mutter und der Vater Tutanchamuns, wie die Wissenschaftler entdeckten. Abbilder der Königsfamilie zeigen die Mitglieder jeweils als sehr feminine Personen.
Dies hat unter Ägyptologen die Annahme genährt, dass die Dynastie unter Erbkrankheiten gelitten haben könnte, die dieses Aussehen förderte. Hawass und seine Kollegen konnten in ihren Gentests nun zeigen, dass dies nicht der Fall ist: Die ägyptischen Könige hatten kein weiblicheres Erscheinungsbild als andere Menschen. Sie ließen sich aber in dieser idealisierten Form abbilden.
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