War Feuerwerk der Auslöser?: Rätselraten um 5000 tote Vögel in USA
zuletzt aktualisiert: 04.01.2011 - 08:46Beebe/USA (RP). Nachdem mehrere tausend tote Vögel im US-Bundesstaat Arkansas vom Himmel gefallen sind, rätseln Experten über das außergewöhnliche Massensterben der Tiere. An Silvester hatte es kurz nach Mitternacht in der US-Kleinstadt Beebe buchstäblich tote Vögel "geregnet" – auf einer Strecke von etwa anderthalb Kilometern.
Vor allem die Kadaver von Rotschulterstärlingen, eine rund 20 Zentimeter große Singvogelart, die der heimischen Amsel ähnelt, bedeckten Gärten, Felder und Häuserdächer. Warum die Vögel verendeten, untersucht nun die zuständige Jagd- und Fischerei-Komission des Bundesstaats.
Bereits kurz nach dem Vorfall hat die Behörde die Gegend um Beebe aus der Luft kontrolliert. 4000 bis 5000 Vögel, so erste Schätzungen der Jagd- und Fischereibehörde, sollen verendet sein. Die gefundenen Vögel weisen den Angaben zufolge schwere Verletzungen auf. Ob sie sich diese vor dem Fall oder erst durch den Sturz zugezogen haben, lasse sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt aber noch nicht klären.
Der plötzliche Massentod von Tieren sei kein einmaliges Phänomen, sagt die staatliche Ornithologin Karen Rowe. In vielen Ländern habe es bereits Fälle dieser Art gegeben. Auch in den USA und sogar in Arkansas: So wurden bereits 2001 in der Nähe der Stadt Hot Springs mehrere Enten im Flug vom Blitz erschlagen. Schwerer Hagel tötete 1973 zahlreiche Vögel in der Nähe der Stadt Stuttgart im Norden von Arkansas.
Eines verbinde aber alle Vorfälle: Bei den bisherigen Vorkommnissen konnte die Ursache nie eindeutig geklärt werden. Ob sich der aktuelle Fall von Arkansas in die Reihe der ungelösten Fälle einordnen wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abzusehen. Das Rätselraten hat gerade erst begonnen.
Bisher kann Vogelkundlerin Karen Rowe daher nur Vermutungen anstellen: dass der Schwarm von einem Hagelsturm in höheren Luftregionen getroffen wurde zum Beispiel – oder aber von Blitzen. Denkbar sei auch, dass die Vögel von Silvesterböllern aufgeschreckt wurden und daraufhin an Stress starben. Allerdings hätten bei dieser Ursache auch an anderen Orten Schwärme vom Himmel fallen müssen.
Eine unbeabsichtigte oder gar mutwillige Vergiftung schließt die US-Behörde zumindest aus: Denn am Schlafplatz außerhalb der Stadt fand man keine toten Vögel. Schnell habe das Schicksal die Vögel eingeholt, sagt Karen Rowe. Das sei eindeutig. Ansonsten bleibe der Fall rätselhaft. Die inzwischen eingesammelten Kadaver werden nun im Labor untersucht, um die Todesursache zu klären. Erste Ergebnisse erwartet man in einer Woche.
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