Forschungsgipfel: Schavan kündigt Strategie zum Klimaschutz an
zuletzt aktualisiert: 03.05.2007 - 13:19Hamburg (RPO). Forschungsministerin Annette Schavan hat eine nationala High-Tech-Strategie zum Klimaschutz angekündigt. Die Bundesrepublik solle zu einem Musterland für den Klimaschutz werden, sagte die CDU-Politikerin am Donnerstag bei einem Spitzentreffen von Experten in Hamburg. Dafür stelle ihr Ministerium in den nächsten drei Jahren 255 Millionen Euro für die Forschung zum Klimawandel bereit.
"Wir brauchen jetzt einen Schub", sagte Schavan. Bis Mitte Oktober solle die High-Tech-Strategie vorliegen: "Ich bin überzeugt, dass ein wesentlicher Schlüssel zur Lösung bei Wissenschaft und Wirtschaft, bei Forschung und Entwicklung liegt."
Ziel der Strategie sei es, einen konkreten Fahrplan zur verstärkten Entwicklung klimaschonender Technologien und Verfahren festzulegen. Die Ministerin kündigte zudem ein Bemühen um weitere Mittel für die Klimaforschung an.
Wissenschaft, Wirtschaft und Politik sollen laut Schavan zum Wohl des Klimas künftig enger verzahnt werden. Aus guten Ideen müssten schnell neue und innovative Produkte sowie Verfahren entwickelt werden, sagte sie zum Auftakt des Klima-Forschungsgipfels. Ihr Ministerium stelle in den nächsten drei Jahren 255 Millionen Euro für die Forschung zum Klimawandel zur Verfügung.
Schavan rief mit deutlichen Worten zu raschem Handeln auf. Angesichts des Klimawandels bestehe besonderer Handlungsbedarf. Deutschland könne mit seinen technologischen Möglichkeiten voran gehen. Sie wünsche sich, dass von der Bundesrepublik ein Signal ausgehe. "Es muss mit hohem Tempo sehr konkret gearbeitet werden", sagte die CDU-Politikerin.
Schavan betonte, dass sich aus der Klima-Forschung auch große Möglichkeiten für die Wirtschaft ergäben und sich die Märkte der Zukunft entwickelten. Als mögliche "neue Exportschlager" seien klimaschonende Verfahren und Technologien auch wirtschaftlich interessant. Sie verwies unter anderem auf die Solarbranche. Aus reinen Vorstellungen müssten künftig aber vermehrt verbindliche Strategien entwickelt werden. Daran habe auch die Wirtschaft ein Interesse, sagte Siemens-Vorstandsmitglied Hermann Requardt.
Der Potsdamer Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber betonte, alle hätten "den Klimawandel verschlafen". Nun seien auch alle gefordert gegenzusteuern. Aufgabe sei es daher, neue Innovationsschübe in allen Bereichen der Gesellschaft auszulösen.
Im Vorfeld des Gipfels hatte sich Schavan gegen einen schnellen Ausstieg aus der Atomtechnologie ausgesprochen. Der "Passauer Neuen Presse" sagte sie, die Atomenergie werde als Brückentechnologie Bedeutung haben, "solange wir nicht genügend Energie einsparen und fossile sowie erneuerbare Energiequellen nicht ausreichen".
Zwar habe Bundesumweltminister Sigmar Gabriel erklärt, dass Atomkraft nicht die Antwort auf den Klimawandel sei, sagte Schavan. Es habe aber noch niemand eine Antwort darauf gegeben, ob sich die Klimaziele ohne Kernkraft erreichen ließen. "Dieses Thema ist zwischen Union und SPD in der Koalition umstritten und es gilt der Koalitionsvertrag bis 2009", sagte Schavan dem Blatt.
In Hamburg diskutierten am Donnerstag rund 200 Wissenschaftler und Vertretern aus Politik und Wirtschaft über die Entwicklung klimaschonender Technologien. Diskutiert wurde auf dem ersten Klima-Forschungsgipfel vor allem über Strategien im Umgang mit dem globalen Klimawandel. Die Ergebnisse des Kongresses sollen laut Schavan am 16. Oktober in einen zweiten Gipfel in Berlin fließen, wo dann konkrete Maßnahmen vereinbart werden.
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