Junitemperatur unter langjährigem Mittel: Schon wieder ein Monat zu kalt
zuletzt aktualisiert: 29.06.2009 - 13:23Frankfurt/Main (RPO). Trotz der schwülen Wärme und der zum Teil heftigen Gewitter der letzten Tage war der Monat Juni insgesamt kühler sowie niederschlags- und sonnenscheinärmer als im langjährigen Mittel. Erstmals seit dem vergleichsweise deutlich zu kalten Januar lag damit die mittlere Temperatur eines Monats wieder unter dem Durchschnittswert.
Das teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Montag in Offenbach aufgrund einer ersten Auswertung der Ergebnisse seiner 2.100 Messstationen und von Hochrechnungen mit.
Mit 15,0 Grad lag laut DWD der diesjährige Juni um 0,4 Grad unter dem langjährigen Wert von 15,4 Grad. Statt der durchschnittlich 85 Liter pro Quadratmeter fielen bundesweit nur 83 Liter, und das Sonnenscheinsoll von 198 Stunden wurde mit rund 189 Stunden ebenfalls nicht erreicht.
Nur Baden-Württemberg zu warm
Zum Temperaturverlauf erklärten die Meteorologen, dass mehr als zwei Drittel des Monats relativ kühl verliefen und erst die schwülwarmen Tage gegen Ende des Monats noch für eine Annäherung an das durchschnittliche Temperaturniveau sorgte.
Unterschieden nach Bundesländern wurden mit Ausnahme Baden-Württembergs überall niedrige Durchschnittswerte als im Mittel gemessen. Im Südwesten lagen sie dagegen mit 15,5 Grad um 0,4 Grad über dem langjährigen Wert.
Ein wenig verfrüht, dafür aber recht intensiv zeigte sich in diesem Jahr die sogenannte Schafskälte. So trat am 6. Juni örtlich noch Frost auf: In Schierke im Harz wurden in zwei Meter Höhe minus 1,1 Grad gemessen, in Quickborn am Boden sogar auf minus 4,4 Grad. Erheblich wärmer verliefen die Tage und auch Nächte im letzten Monatsdrittel. Der Spitzenwert wurde in Regensburg am 18. Juni mit 30,8 Grad gemessen.
Riesenregenmengen im Bayern - Überreichlich Sonne im Norden
Trotz der insgesamt unterdurchschnittlichen Niederschlagsmenge gab es laut DWD örtlich sehr starke Regenfälle: So am 15. Juni in Rheinland-Pfalz und im Saarland mit einem Maximum von 52 Liter pro Meter in Kaiserslautern. Vom 22. bis zum 25. waren es im äußersten Süden Bayerns mit bis zu 155 Liter pro Quadratmeter in Siegsdorf-Höll südöstlich vom Chiemsee noch deutlich mehr.
Zahlreiche Bäche, Flüsse und auch Seen traten über ihre Ufer. Ausgerechnet in den vom Hochwasser betroffenen Gebieten führten heftige Gewitter in den letzten Junitagen zu weiteren erheblichen Regenmengen. So prasselten in der Nacht zum 27. Juni in Attenkam östlich vom Starnberger See 72,2 Liter pro Quadratmeter.
Die Sonne schien im Norden häufiger als in den anderen Regionen. Bevorzugt waren vor allem die Inseln von Nord- und Ostsee sowie die unmittelbaren Küstenregionen. So meldete Borkum mit 287 Stunden den meisten Sonnenschein. Besonders im Nordstau der Mittelgebirge schien die Sonne dagegen recht selten. Das Schlusslicht bildete Wahlen im Nordhessischen Bergland mit nur 107 Stunden.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum








