Teufelsangler und Vipernfisch; Tintenfische – so riesig, dass sie Walen gefährlich werden können; Seelilien,
die vor Millionen Jahren schon auf der Erde lebten; Würmer, die an kochend heißen Quellen in ewiger
Finsternis leben: das sind einige der wenigen Dinge, die Forscher mittlerweile der Tiefsee als Geheimnis
entrissen haben. Einige dieser Wesen sind jetzt in einer Ausstellung zu sehen.
Fangzahn (Anoplogaster cornuta)
Er kann bis zu 15 cm lang werden und besitzt die größten Zähne des Meeres (im Verhältnis zur
Körpergröße). Der Fangzahn gehört zur Ordnung der Schleimkopfartigen Tiefseefische und ist in allen
Ozeanen in 500 – 5000 Metern Tiefe anzutreffen
Riesenröhrenwurm (Riftia pachyptila)
Die Riesenröhrwürmer siedeln meistens an den Black Smokers in 2000 – 3000 Meter Tiefe an und können
bis zu 170 cm groß werden. Sie leben in Symbiose mit Bakterien: die Bakterien werden von einem extra
Organ eigens mit allem Lebensnotwendigem versorgt und sind im Inneren des Wurms vor Fressfeinden
geschützt. Im Gegenzug versorgen die Bakterien die Würmer mit Nährstoffen.
Schwarzer Drachenfisch (Malocosteus indicus / niger)
Der Schwarze Drachenfisch ernährt sich hauptsächlich von kleinen Krebsen. Er kann als einziger Fisch
rotes Licht aussenden – mit suchscheinwerferartigen Lichtzellen unterhalb seiner Augen. Sein Mund ist für
seinen Körperumfang ziemlich groß und mithilfe seines dehnbaren Magens kann er auch Beute fressen,
die größer ist als er selbst.
Japanische Riesenseespinne (Macrocheira kaempferi)
Die Japanische Riesenseespinne ist die größte Krabbe der Welt. Sie erreicht eine Spannweite von über drei
Metern. Sie leben in einer Tiefe von 300 – 400 Metern. Die Allesfresser können sogar harte
Nahrungsbrocken wie Seesterne oder Korallen verspeisen. Die japanische Riesenseespinne siedelt
ausschließlich an der Küste Japans im nördlichen Pazifik.
Teufelsangler
Einzigartiges Objekt aus den Sammlungen des Museums für Naturkunde Berlin
Dies ist das dritte, der Wissenschaft bekannt gewordene Tier einer, erst 1961 beschriebenen Art. Es stammt aus einer Fangfahrt des ehemaligen Instituts für Hochseefischerei der DDR in Rostock. Es ist zugleich das einzige bisher bekannte Weibchen mit einem
anhaftenden parasitären Zwergmännchen. Die Männchen vieler Tiefseeanglerfische bleiben klein, entwickeln sich nicht weiter, verbeißen sich in ein Weibchen, verwachsen mit diesem und werden dann über eine plazentaähnliche Bildung über den weiblichen Blutkreislauf miternährt. Ihre einzige Aufgabe ist dann die Besamung der Eier.
Schwarzangler (Melanocetus johnsonii)
Dieser Schwarzangler, auch Tiefseeteufel genannt, gehören ebenfalls zu den Anglerfischen und die
Weibchen besitzen eine lange Leuchtangel an der Stirn. Die Aufgabe der Männchen besteht lediglich in
der Befruchtung. Männchen sind nur zwerghaft und beißen sich zur Fortpflanzung am größeren Weibchen
fest. Der Magen der Schwarzangler ist dehnbar und so können sie auch Tiere fressen, die doppelt so groß
sind wie sie selbst.
Pompejiwurm (Alvinella pompejana)
Der Pompejiwurm, auch Borstenwurm genannt, wird zehn bis 15 Zentimeter lang und ist das bisher
hitzebeständigste Tier der Welt. Er bevorzugt Temperaturen um 70°C und lebt in 2000 – 3000 Meter Tiefe.
Der Pompejiwurm gehört zur Art der Meereswürmer, welche gern in der Nähe von heißen Quellen leben.
Sie kühlen ihre Umgebung ab und sorgen so dafür, dass auch in unmittelbarer Nähe zu den Quellen
Bakterien überleben können.
Peitschenangler (Himantolophus albinares)
Feuchtpräparat (Museum für Naturkunde Berlin)
Das auffallend stumpfe Maul unterscheidet Peitschenangler von anderen Tiefseeanglerfischen. Oben auf
dem Kopf befindet sich eine am Ende mit einem Leuchtorgan versehende Angel. Die rundliche Form des
Fisches erinnert an einen Ball, daher auch der englisch Name Footballfish. Sie leben in Wassertiefen unter
1000 Metern.
Vipernfisch (Chauliodus sloani)
Der Vipernfisch wird rund 35 Zentimeter lang und ist mit gigantischen Zähnen ausgestattet, die ihn das Maul nicht
einmal schließen lassen. Hauptsächlich frisst er kleine Fische oder Krabben. Nachts verlässt er seine
Tiefseeschicht und stößt auf der Nahrungssuche bis in 200 Meter flache Meeresschichten vor.
In der Ausstellung ist auch ein U-Boot zu sehen, in dessen Innerem Filme gezeigt werden und in dem man
die ausgefeilte Technik für Unterwasser-Expeditionen bestaunen kann.