Konvoi zieht Schaulustige an: Tonnenschwerer Pharao verlässt Kairo
zuletzt aktualisiert: 25.08.2006 - 16:04
Die Figur wurde vor einem halben Jahrhundert vor dem Kairoer Hauptbahnhof aufgestellt und soll nun in die Nähe der Pyramiden gebracht werden. Für den Transport der 100 Tonnen schweren Statue stand ein insgesamt 30 Meter langer Fahrzeugkonvoi bereit.
"Ramses hätte uns aus seinem Grab heraus verflucht, wenn wir seine Statue nicht aus diesem unvorstellbaren Chaos von Schmutz und Hässlichkeit weggebracht hätten", sagte der ägyptische Chef-Archäologe Sahi Hawass am Donnerstag.
Der 35 Kilometer lange Umzug durch das Zentrum von Kairo geriet in der Nacht zu einem bunten Straßenfest. Menschen aller Altersgruppen waren auf den Beinen, um Ramses II. vorbeifahren zu sehen. Zahlreiche Balkone waren mit der ägyptischen Fahne geschmückt, Schaulustige kletterten auf Laternenpfähle, Busse oder gar Moscheen, um einen Blick auf den steinernen Pharao zu erhaschen.
"Wir werden Dich vermissen!", rief der zwölfjährige Issam Abu Said, als der insgesamt 30 Meter lange Fahrzeugkonvoi mit der Statue vorüberruckelte. Insgesamt sollte die Überführung rund sieben Stunden dauern. An Ramses' neuem Platz soll das geplante Große Ägyptische Museum entstehen.
Umstrittener Transport
Über die Pläne für einen Umzug der Pharaonenstatue waren zehn Jahre lang Diskussionen geführt worden. Kritiker bemängelten, mit der Ramses-Statue, die der damalige Staatspräsident Gamal Abdel Nasser in Kairo hatte aufstellen lassen, werde ein nationales Symbol weggeschafft. Außerdem sei der Transport der riesigen Statue durch den dichten Kairoer Verkehr in das rund 35 Kilometer entfernte Tal der Pyramiden nicht risikolos. Der Probelauf mit einer originalgetreuen Ramses-Nachbildung war immerhin ohne größere Zwischenfälle über die Bühne gegangen.
Der große Eroberer Ramses II., der im zweiten Jahrtausend vor Christus herrschte, ist der bekannteste ägyptische Pharao. Die riesige Statue des Herrschers war 1882 im Tempel des Ptah in Sakkarah, dem früheren Memphis, gefunden worden.
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