Atemwegserkrankungen: Touristen gefährden Berggorillas durch Grippeviren
zuletzt aktualisiert: 07.07.2005 - 11:41London (rpo). Afrikanische Berggorillas sind in ihrem Bestand gefährdet. Ein Viertel der Todesfälle bei den Tieren geht direkt auf Touristen zurück: Diese schleppen Grippeviren in die Region, an denen die Tiere dann verenden.
Das geben amerikanische Forscher zu bedenken. Touristen sollten daher bei ihren Beobachtungen mindestens sieben Meter Abstand von den Tieren halten und auch nicht länger als eine Stunde bei ihnen verweilen, um diese vor einer Ansteckung zu schützen. Das berichtet das britische Wissenschaftsmagazin "New Scientist" (9. Juli, S. 17).
Chris Wittier von der Staats-Universität von North Carolina in Raleigh und seine Kollegen untersuchten 100 Todesfälle von Berggorillas seit 1968. 40 der Tiere waren nach Verletzungen verstorben, was in erster Linie vermutlich Wilderern zuzuschreiben ist.
Als zweithäufigste Todesursache stellten die Wissenschaftler zu ihrer eigenen Überraschung durch Influenza-Viren ausgelöste Atemwegsinfektionen fest, an denen 24 Gorillas gestorben waren.
Nur noch rund 700 Berggorillas leben in 2 afrikanischen Populationen in Uganda und im Grenzgebiet von Ruanda, dem Kongo und Uganda. Die seltenen Tiere stehen auf der Roten Liste und sind vom Aussterben bedroht.
Auch wenn sie intensiv beobachtet und geschützt werden und die einzige Großaffenart sind, deren Bestand sich leicht erholt, ist ihre Situation immer noch kritisch, warnen Experten.
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