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  Foto: rpo/Michael Hagedorn
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Zerstörte Ökosysteme könnten bis zu fünf Billionen Dollar kosten: Umweltminister bekennen sich zum Klimaschutz

zuletzt aktualisiert: 13.11.2009 - 17:39

Saarbrücken (RPO). Vor dem UN-Klimagipfel in Kopenhagen haben sich die Umweltminister von Bund und Ländern zum Kampf gegen die Erderwärmung bekannt. Zum Abschluss der dreitägigen Konferenz betonte Bundesminister Norbert Röttgen am Freitag in Saarbrücken, es sei notwendig, die Erderwärmung auf zwei Grad Celsius zu begrenzen. Unterdessen geht aus einem Bericht des UN-Projekts TEEB hervor, dass die Zerstörung von Ökosystemen bis zu fünf Billionen Dollar kosten könnte.

Nur wenn die Begrenzung der Erderwärmung gelinge, könne man einigermaßen sicher sein, dass die Trinkwasserversorgung für Hunderte Millionen Menschen gewährleistet bleibe. Um die Ziele zu erreichen, hält Röttgen ein verbindliches, internationales Abkommen für notwendig: Europa, die Schwellen- und Entwicklungsländer sowie die USA und China müssten daran teilnehmen.

Weiter erklärte Röttgen, um die Verringerung des Kohlendioxid-Ausstoßes bis zum Jahr 2050 weltweit zu halbieren, müssten die Industrieländer ihre Emissionen im selben Zeitraum um 80 bis 95 Prozent verringern. Gleichzeitig müsse man umweltfreundliche Technik in Entwicklungsländern finanzieren.

Ab dem Jahr 2020 kostet dies laut Röttgen rund 100 Milliarden Euro jährlich. Gerade für Deutschland sei dies aber "keine Opfer- sondern eine Gewinnerstrategie - für Lebensqualität, für die Umwelt, aber auch ganz ökonomisch betrachtet geht es um Innovation, um Innovationsbeschleunigung und ökonomische Modernisierung".

Zerstörung von Ökosystemen könnte bis zu fünf Billionen Dollar kosten

Die Zerstörung natürlicher Ökosysteme könnte die Menschheit bis zu fünf Billionen Dollar jährlich kosten. Das geht aus einer am Freitag in Brüssel vorgestellten Studie zu Kosten und Nutzen des Erhalts von Wäldern, Feuchtgebieten und anderen Biotopen hervor. Die Bewahrung dieser Gebiete würde demgegenüber nur 45 Milliarden Dollar jährlich kosten, heißt es in dem Bericht des UN-Projekts TEEB (The Economics of Ecosystems and Biodiversity).

Mit Ausgaben in diesem Umfang könnten wertvolle Ökosysteme geschützt werden, deren natürliche Leistungen die Autoren der Studie auf fast fünf Billionen Dollar schätzen. Zu diesen Leistungen gehören die Speicherung klimaschädlicher Treibhausgase, der Schutz und die Verbesserung der Trinkwasserversorgung und der Hochwasserschutz. Allein ein internationales Abkommen zum Schutz der Wälder könnte die Kosten für Klimaschutz um 3,7 Billionen Dollar senken, heißt es in dem Bericht.

"Investitionen in Ökosysteme rechnen sich. Sie stärken auf kostengünstige Weise die Widerstandskraft gegenüber Auswirkungen von Klimawandel oder Naturkatastrophen", erklärte die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Ursula Heinen-Esser, bei der Vorstellung des Berichts in Brüssel. Das Bundesumweltministerium gehört zusammen mit der EU-Kommission und der britischen Regierung zu den wichtigsten Geldgebern der Studie, die unter Schirmherrschaft des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) erstellt wurde.

Autor fordert Abbau umweltfeindlicher Subventonen

Studienleiter Pavan Sukhdev forderte die Politik auf, Konsequenzen aus dem Bericht zu ziehen. Empfohlen wird darin unter anderem eine Reform der milliardenschweren Subventionen für Landwirtschaft, Fischerei, Bergbau und den Energiesektor. Rund ein Drittel dieser staatlichen Beihilfen im Umfang von weltweit einer Billion Dollar jährlich flössen in die Produktion oder den Verbrauch fossiler Brennstoffe, heißt es in der Studie. Diese Mittel sollten besser in den Umweltschutz investiert werden.

 

Quelle: AP/felt

 
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