Umweltgipfel in Paris: UNO: Menschen "sehr wahrscheinlich" schuld am Klimawandel
zuletzt aktualisiert: 01.02.2007 - 18:09Paris (RPO). Am Freitag wird der UN-Bericht zum Klimawandel offiziell in Paris vorgestellt. Das Papier gilt als wegweisende Studie für die Klimapolitik der kommenden Jahre. Nach langen Verhandlungen einigten sich die Vertreter von mehr als 100 Regierungen auf eine lange umstrittene Formulierung: Der Mensch ist "sehr wahrscheinlich" für den Klimawandel verantwortlich.
Im neuen UN-Referenzbericht zum Klimawandel wird die Verantwortung des Menschen für die Erderwärmung so deutlich wie nie zuvor herausgestellt. Wie aus Teilnehmerkreisen bekannt wurde, werden menschliche Aktivitäten erstmals als "sehr wahrscheinlicher" Grund für den Klimawandel identifiziert.
Zahlreiche der rund 500 Wissenschaftler und Regierungsmitarbeiter wollten die Formulierung "nahezu sicher" in den Bericht schreiben. Aber die chinesischen Vertreter blockierten nach Teilnehmerkreisen die schärfere Variante. Im letzten Bericht des UN-Klimaausschusses von 2001 wurde die menschliche Urheberschaft nur als "wahrscheinlich" beschrieben. "Das ist ein großer Schritt, der eine starke Botschaft aussenden wird", sagte der tschechische Vertreter und Klimaexperte Jan Pretel.
Ein weiteres Ergebnis des Berichts lautet, dass der Klimawandel seit den 70er Jahren wahrscheinliche Ursache für immer stärkere Wirbelstürme ist. Vor sechs Jahren hatte das Gremium noch keine hinreichenden Indizien für diesen Schluss.
Verhandlungen hinter verschlossenen Türen
Seit Montag wird in der UNESCO-Zentrale in Paris hinter verschlossenen Türen an den Formulierungen gefeilt. Die Studie ist brisant, weil sie die bislang genauesten Schätzungen über die Erderwärmung und den Anstieg des Meeresspiegels in den kommenden hundert Jahren liefert. Das Dokument des UN-Klimaausschusses (IPCC) ist eine der maßgeblichen Grundlagen für die internationale Klimapolitik.
Laut Teilnehmerkreisen wird der Bericht einen Temperaturanstieg von 1,5 bis 5,8 Grad sowie einen Anstieg des Meeresspiegels um 13 bis 58 Zentimeter prognostizieren. Allerdings wurde die überraschend starke Eisschmelze in Grönland und in der Antarktis in den vergangenen Jahren noch nicht berücksichtigt.
Französische Umweltaktivisten riefen dazu auf, während der Abschlusssitzung des Ausschusses am Donnerstagabend für fünf Minuten alle elektrischen Geräte abzuschalten. Auch am Eiffelturm und anderen Pariser Denkmälern sollten die Lichter um 19.00 Uhr erlöschen, viele Bürger in anderen europäischen Ländern wollten sich an der Aktion beteiligen.
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