Bestätigt: Vier neue Vogelgrippe-Fälle in Deutschland
zuletzt aktualisiert: 25.02.2006 - 12:46Stuttgart (rpo). Die Vogelgrippe hat sich nach Süddeutschland ausgebreitet und ist in Mecklenburg-Vorpommern an drei weiteren toten Wildvögeln nachgewiesen worden. Die Zahl der nachgewiesenen Fälle ist damit auf 115 gestiegen. Bei dem ersten Fall in Baden-Württemberg handelt es sich um die am Bodensee in Überlingen gefundene Tafelente.
Das Friedrich-Loeffler-Institut stellte bei dem toten Wildvogel die gefährliche Variante des Virus H5N1 fest, wie das baden-württembergische Landwirtschaftsministerium am Samstag mitteilte. In Schleswig-Holstein haben sich die Verdachtsfälle dagegen bisher nicht bestätigt.
Die Zahl der Vogelgrippe-Fälle in Mecklenburg-Vorpommern stieg auf 114, wie die Staatskanzlei in Schwerin mitteilte. Das gefährliche H5N1-Virus sei bei drei weiteren Wildvögeln festgestellt worden, sowohl auf der Insel Rügen wie auch auf dem Festland. Erstmals wurde der Erreger demnach in einem in Greifswald gefundenen Tier, einem Mäusebussard, entdeckt. Um den Fundort wurde eine Schutzzone eingerichtet.
Der Erreger wurde laut Staatskanzlei zudem in einer Großmöwe im Raum Bergen auf Rügen nachgewiesen sowie in einem Singschwan in der bereits eingerichteten Schutzzone Prerow im Landkreis Nordvorpommern. Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung wollte am Samstag die Insel Rügel und die dort gegen die Vogelgrippe eingesetzten Soldaten besuchen.
In Baden-Württemberg war bereits am Freitag eine drei Kilometer große Sperrzone um den Fundort der toten Tafelente am Bodensee eingerichtet worden. Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) erklärte in Stuttgart: "Wir werden die bereits eingeleiteten Maßnahmen entsprechend intensivieren und die Kontrollen verstärken."
Nach Angaben einer Sprecherin wurden die Kontrollflüge eines Polizeihubschraubers am Bodensee ausgeweitet. Am Boden suchten die von Kommunen eingesetzten Helfer verstärkt nach toten Vögeln. Für den Nachmittag (15.00 Uhr) ist eine Pressekonferenz in Friedrichshafen angesetzt.
Zwei Verdachtsfälle bei Möwen nicht bestätigt
Die rund 20 Geflügelhalterbetriebe in der Schutzzone dürfen drei Wochen lang kein Geflügel, Fleisch und Eier sowie Vögel anderer Arten herausbringen oder erhalten. Gülle und benutzte Streu dürfe ebenfalls nicht aus der Zone gebracht werden. Zusätzlich wurde ein Beobachtungsgebiet entlang des Seeufers mit einer zehn Kilometer breiten Schutzzone eingerichtet. Dorthin darf 15 Tage lang kein lebendes Geflügel und Vögel anderer Arten aus- und eingeführt werden.
Am Samstagvormittag tagte der Stab mit dem baden-württembergischen Landwirtschaftsminister Hauk, Innenminister Heribert Rech und Vertretern der beiden Ministerien.
Das Land Schleswig-Holstein hatte nach der Entdeckung von zwei mit Vogelgrippe infizierten Wildenten Sperrzonen um die Fundorte Timmendorfer Strand und den Marinestützpunkt Neustadt angeordnet. Entwarnung gab es für zwei von drei Verdachtsfällen, die tote Möwen in Neumünster, Nordfriesland und im Kreis Ostholstein betreffen. Bei zwei Tieren sei die Untersuchung negativ, teilte das Landwirtschaftsministerium mit. Die Ergebnisse für die Wildenten würden erst für Mitte der Woche erwartet. Die Suche nach toten Vögeln wurde intensiviert. Ein Polizeihubschrauber sollte vor allem in Ostholstein Uferbereiche absuchen, die vom Land schwer zugänglich sind.
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