Umweltschützer schlagen Alarm: Waldsterben: Keine Entwarnung
zuletzt aktualisiert: 30.01.2008 - 16:57Berlin (RPO). Angesichts des Waldsterbens haben sich Umweltschützer an die Regierung gewandt und mehr Engagement gefordert. Zwar hätten sich die Bäume in 2007 etwas erholt - Entwarnung könne dennoch nicht gegeben werden.
Die Bundesregierung müsse ihre Anstrengungen vervielfachen, um eine waldverträgliche Agrar-, Verkehrs- und Energiepolitik zu entwickeln, forderte der BUND am Mittwoch in Berlin. Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Walbesitzerverbände (AGDW) bezeichnet den Zustand der Wälder als besorgniserregend.
Aus dem am Dienstag vom Agrarministerium veröffentlichten Waldzustandsbericht geht hervor, dass der Wald sich im vergangenen Jahr leicht erholte. Aber noch immer sind zwei von drei Bäumen krank. Etwa 25 Prozent der Bäume sind sogar schwer geschädigt.
Der Vorsitzende des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Hubert Weiger, sagte: "Wenn nur noch ein Drittel der Bäume keine sichtbaren Schäden aufweist, bedeutet das nicht, dass sie gesund sind." Viele Schäden seien mit bloßem Auge nicht erkennbar und zeigten sich erst später. Bedrohlich seien vor allem die hohen Emissionen giftiger Stickoxide und von Ammoniak. Sie belasteten die Waldböden weiter, gefährdeten das Grundwasser und verursachten steigende Ozonbelastungen.
Die AGDW erklärte, kurzfristig sei es geboten, die Bodenschutzkalkung zu intensivieren. Ebenso sei die Stickstoff- und Säurebelastungen zu reduzieren.
Der Bund kritisierte darüber hinaus die Statistiken der Länder zum Waldzustand. In den amtlichen Erhebungen seien lediglich die noch existierenden Bäume berücksichtigt worden und nicht die im Jahresverlauf entfernten. Zudem würden Sturm-, Hitze-, Trockenheits- und Insektenschäden als Naturereignisse eingestuft und in den offiziellen Statistiken nur unzureichend berücksichtigt.
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