kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Alltagsrätsel: Warum Pygmäen klein sind

VON FRANK UFEN - zuletzt aktualisiert: 22.01.2008 - 13:07

Düsseldorf (RP). Die Mitglieder der afrikanischen Völkergruppe werden nicht größer als 1,55 Meter. Früh ausgewachsen zu sein, bringt eine vorzeitige körperliche Reife mit sich. Das sichert das Überleben.

In den Regenwäldern West- und Ostafrikas leben Völker wie die Aka, die Efe und die Mbuti, für die sich die zusammenfassende Bezeichnung „Pygmäen“ eingebürgert hat. Das Auffälligste an ihnen ist ihre geringe Körpergröße: Die Männer erreichen höchstens 1,55 Meter, und die meisten Frauen bleiben unter 1,50 Meter. Bisher hat man die geringe Körperlänge der Pygmäen als eine Anpassung an die Verhältnisse ihres tropischen Lebensraumes erklärt.

Unter anderem hat man darauf hingewiesen, dass Kleinwüchsigkeit ein erheblicher Vorteil ist, wenn es darum geht, im Dickicht des Regenwaldes schnell voranzukommen, Hungerzeiten zu überstehen und der Gefahr der Überhitzung zu trotzen - denn je größer die Körperoberfläche im Verhältnis zur Körpermasse ist, desto mehr Wärme wird abgegeben. Diese Erklärungen klingen plausibel. Es gibt allerdings Fakten, die mit ihnen schlecht zu vereinbaren sind.

Völlig anderer Erklärungsansatz

So gibt es durchaus afrikanische Pygmäen-Völker, die sich in Regionen niedergelassen haben, wo es weder eine dichte Bewaldung noch ein feucht-warmes Klima gibt. Des weiteren gibt es Völker wie beispielsweise die Massai, die eindeutig zu den Hünen zählen, obwohl sie genauso häufig mit einem überaus knappen Nahrungsangebot auskommen müssen. Und schließlich sind Menschengruppen mit Pygmäen-Statur keineswegs auf den afrikanischen Kontinent beschränkt. Es gibt auch etliche auf den Andamanen, in Malaysia, Thailand, Indonesien, Papua-Neuguinea, auf den Philippinen, in Brasilien und Bolivien.

Aber jetzt gibt es eine völlig andere Erklärung. Kürzlich haben die britische Anthropologin Andrea Migliano (Universität Cambridge) und ihr Team die Körpergröße, die Fruchtbarkeit und die Lebenserwartung verschiedener kleinwüchsiger Populationen aus Afrika und von den Philippinen analysiert. Dabei sind die Wissenschaftler zu erstaunlichen Erkenntnissen gelangt. Sie berichten darüber im Wissenschaftsjournal „Pnas“ (Nr. 51).

Niedrige Lebenserwartung

Demnach haben die Pygmäen überall auf der Welt sowohl im Kindes- als auch im Erwachsenenalter eine erschreckend niedrige Lebenserwartung. Bei Neugeborenen beträgt sie knapp 25 Jahre, und es gibt sogar Völker, bei denen Neugeborene nur mit einer Lebensspanne von weniger als 20 Jahren rechnen können. Von den Pygmäen-Kindern erreichen allenfalls ein Drittel bis die Hälfte das 15. Lebensjahr, während es bei ostafrikanischen Hirtenvölkern wie den Turkana, Ache oder Kung bis zu drei Viertel sind. Für das Erwachsenenalter gilt im Wesentlichen dasselbe.

Andrea Migliano und ihre Mitarbeiter haben außerdem herausgefunden, dass Pygmäen-Kinder genauso schnell wachsen wie Altersgenossen in Europa, Amerika oder Asien. Es gibt allerdings einen erheblichen Unterschied: Spätestens mit 13 Jahren hören die jugendlichen Pygmäen auf zu wachsen. Warum? Hierauf, so Migliano, gibt es nur eine schlüssige Antwort. Früh ausgewachsen zu sein, bringt eine vorzeitige körperliche Reife mit sich. Das bedeutet, dass die Frauen viel eher ins gebärfähige Alter kommen und ihr erstes Kind Jahre eher zur Welt bringen können.

Auf diese Weise haben es die Pygmäen geschafft, trotz extrem hoher Sterberaten zu überleben.


 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Galaktische Einblicke

Neues Super-Observatorium

Galaktische Einblicke

Mit dem neuen Observatorium Alma können Astronomen mit noch nie dagewesener Qualität durch ... mehr 

Milchstraße kollidiert mit Andromeda-Galaxie

Neue Daten vom Hubble-Teleskop

Milchstraße kollidiert mit Andromeda-Galaxie

Unsere Galaxie wird es nicht ewig geben: Die Milchstraße einschließlich der Erde wird nach ... mehr 

mehr Wissen
Aus der Region

Neues Super-Observatorium

Galaktische Einblicke

Neue Daten vom Hubble-Teleskop

Milchstraße kollidiert mit Andromeda-Galaxie

Deutsches Lizenzgebiet im Pazifik

Forscher entdecken riesiges Manganfeld

Mit Hilfe von Weißen Zwergen

Alter der äußeren Milchstraße bestimmt

Mönchengladbach

Mit Pauken und E-Gitarre

Thronjubiläum von Queen Elizabeth II.

Mit Tee und Scones auf dem Rhein

Japan-Tag in Düsseldorf

Japan-Tag mit bunten Kostümen

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Tragischer Unfall: 400 Schafe fallen auf Autobahn

Hunderte Schafe sind in der Nacht zu Freitag auf eine Straße in Melbourne gefallen, als ein Tiertransporter auf einer Brücke umkippte und ... mehr 

Mehr Nachrichten Wissen Leben
Den Spatz kann man in Deutschland fast überall antreffen.

Vogelzählung

Spatz ist der häufigste Vogel in Deutschland

Der Spatz ist der Vogel, der in Deutschland am häufigsten vorkommt. Dieses Ergebnis einer bundesweiten Vogelzählung veröffentlichten der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) am Donnerstag. mehr

 

Neue Amphibienart entdeckt

Dieser Frosch färbt ab

 

Hat die Evolution nicht aufgepasst?

Fehler in der Tierwelt

 

Was man wissen kann aber nicht muss

Von Jungfern und Nasebohrern

 
 

Ungewöhnlicher Raubsaurier

T-Rex des Südens gefunden

Top-Services
Sehenswerte Bildbände
Kate und Pippa - 2D-Cover - Lowres.jpg

Kate und Pippa

So wurden sie zu Stilikonen

Kate und Pippa sind die glamourösesten Schwestern Englands, vielleicht sogar der ganzen Welt. Ein neuer Bildband dokumentiert die Verwandlung der beiden Schwestern von Studentinnen zu Stilikonen. Er zeigt prächtige Aufnahmen der beiden Glamour-Ladys, ... mehr

 
Cover Michael Thompson Portraits (highres).jpg

US-Fotograf Michael Thompson

Aufregend, exzentrisch, faszinierend

Der weltweit gefeierte amerikanische Fotograf Michael Thompson gewährt dem Betrachter in seinem Bildband "Portraits" enthüllende Einblicke in das Leben von Berühmtheiten wie Julia Roberts, Cate Blanchett, Natalie Portman, Sting, Sean Combs, Rihanna ... mehr

 
lovigin 1.jpg

Die Welt des Fotografen Petr Lovigin

Gummitiere und melancholische Schweine

Wo Badenixen fortgeschrittenen Alters sich eine verbissene Schlacht mit aufblasbaren Gummitieren liefern, wo ein Metzger und sein frisch geschlachtetes Schwein sich einträchtig der Melancholie hingeben, hier ist man angekommen in der magischen Welt ... mehr

 
Raumkapsel "Dragon" dockt erstmals an ISS an
Raumkapsel "Dragon" dockt erstmals an ISS an
Der "Drache" ist gefangen: Zum ersten Mal hat ..
mehr 
Die skurrilsten Arten 2011
Die skurrilsten Arten 2011
Die skurrilsten Arten 2011
mehr 
Spektakuläre Sonnenfinsternis über Asien und den USA
Spektakuläre Sonnenfinsternis über Asien und den USA
Millionen Menschen auf beiden Seiten des ..
mehr 
Zehn wissenswerte Fakten über Väter
Zehn wissenswerte Fakten über Väter
Zehn wissenswerte Fakten über Väter
mehr 
Das sind die Ergebnisse des Trendchecks "Verlieben"
Das sind die Ergebnisse des Trendchecks "Verlieben"
Das sind die Ergebnisse des Trendchecks "Verlieben"
mehr 
Zehn wissenswerte Dinge über den Muttertag
Zehn wissenswerte Dinge über den Muttertag
Zehn wissenswerte Dinge über den Muttertag
mehr 
Diese Bücher las Adolf Hitler
Diese Bücher las Adolf Hitler
Adolf Hitler war ein begeisterter Leser und ..
mehr