Alltagsrätsel: Warum Tiere einen Schwanz haben
zuletzt aktualisiert: 01.02.2008 - 16:12Frankfurt/Main (RPO). Die meisten Tiere tragen einen Schwanz mit sich herum - doch warum eigentlich? Die Eidechse beispielsweise kann sich ihres Schwanzes in Windeseile entledigen, um Gefahren aus dem Weg zu gehen. Während sich der Gegner auf den zuckenden Stummel stürzt, flüchtet die Eidechse schwanzlos in die nächste Felsspalte.
Auch viele andere Tiere haben ihren Schwanz abgelegt wie einen Hut. Allerdings vollzog sich dieser Prozess über Jahrmillionen im Rahmen der Evolution, wie Bernd Herkner, Biologe und Leiter des Naturmuseums Senckenberg in Frankfurt am Main, erläutert. Alle Vögel beispielsweise gehören dazu, aber auch Frösche, Schimpansen und nicht zuletzt der Mensch. "Sie alle reagierten nach dem Prinzip der Evolution: Was man nicht braucht, wird reduziert", sagt Herkner.
Schimpansen oder Orang-Utans brauchen keinen Schwanz, weder zum Laufen noch beim Klettern auf Bäumen. Denn dafür benutzen sie ihre langen Arme. Andere Affen dagegen würden ohne Schwanz umkommen, sie brauchen ihn als eine Art Steuerknüppel, während sie sich durch die Baumkronen hangeln. Kühe verscheuchen mit ihrem Schwanz lästige Insekten. Hunde zeigen mit ihrem Anhängsel sogar Emotionen an. Fische brauchen ihn als Fortbewegungsmittel.
Dass die Vorfahren des Menschen ebenfalls über einen Schwanz verfügten, kann jeder an seiner eigenen Wirbelsäule ertasten. Am untersten Ende befindet sich das Steißbein, an dessen Wirbel einst der Schwanzknochen anschloss. Hin und wieder sorgt die Laune der Natur sogar dafür, dass Babys mit einem kleinen Schwanz geboren werden. "Diese Anomalie wird dann aber sofort wegoperiert", sagt Herkner.
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