Die Natur ist grausam. Immer wieder gibt es Fälle, in denen Eltern ihre Jungen töten. So jüngst auch im Fall der Eisbärenjunge im Nürnberger Zoo.
Ein Beispiel für Infantizid (Tötung der Nachkommen eigenerArt im Tierreich) sind Löwen. Wenn dort ein Männchen den Rudelführer verdrängt und selber dessen Position eingenommen hat, frisst es oftmals die Jungtiere seines Vorgängers.
Foto: Freizeitpark Stukenbrock
Die naheliegendste Vermutung ist, dass das Männchen alle Nachfahren seines Vorgängers tötet, weil diese eine Konkurrenz darstellen könnten.
Bei Braunbären gibt es Infantizid meist in der Paarungszeit. Dort kommt es des Öfteren vor, dass Jungtiere wegen einer Bärendame von älteren Bären getötet werden.
Bei Wildschweinen reicht der Infantizid sogar bis zum Kannibalismus. Gründe dafür sind meist Eifersucht oder Hunger.
Foto: National Geographic
Bei Schimpansen kam es vor, dass Tiere eines Rudels, die Jungtiere eines anderen Rudels töteten.
Foto: National Geographic
Dies passierte wahrscheinlich aus einem Mangel an Nahrung, damit wenigstens die eigenen Jungtiere überleben.
Neben Konkurrenzverhalten und einem Mangel an Nahrungsressourcen, gibt es auch noch andere Gründe die vermutlich solch ein Verhalten verursachen können.
Beispielsweise bei Überbevölkerung kann es zu aggressivem Verhalten kommen. Dabei fallen meist die wehrlosen Jungtiere Attacken zum Opfer.
Oft wird das Fressen oder Töten der Kinder auf eine Unterentwicklung zurückgeführt. Die Mutter gibt ihre Jungen auf, weil sie keine Chance für sie sieht. In Experimenten hat sich diese Annahme allerdings bislang nicht bestätigt.
Ebenfalls möglich ist das Fressen im Kontext mit sozialem Stress. Durch wiederholte Störung der Mutter kann so ein Infantizid ausgelöst werden. Dies würde die Theorie, dass die Gefangenschaft schuld am Fressen derJungen ist, bestätigen.