Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
           
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Rheinische Post Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
regional, nachrichten, duisburg, DELFIN, 100125
  Foto: RPO
Kommentare ()

Tierisch komisch?: Was das Lachen der Tiere bedeutet

VON JÖRG ZITTLAU - zuletzt aktualisiert: 10.03.2012 - 19:19

Düsseldorf (RP). Lachen ist im Tierreich weit verbreitet. Aber häufig lachen die Tiere gar nicht, sondern wir Menschen sind gern bereit, bestimmte Laute als Ausdruck der Freude zu interpretieren. Doch manchmal hören wir auch nicht genau hin: Das Lachen von Hund und Affe bleibt uns oft verborgen.

Wenn Affen "lachen", sind sie gar nicht so gut drauf wie wir Menschen meinen möchten - bei ihnen ist es ein Zeichen von Stress. Foto: ddp
Wenn Affen "lachen", sind sie gar nicht so gut drauf wie wir Menschen meinen möchten - bei ihnen ist es ein Zeichen von Stress. Foto: ddp

Für Aristoteles stand fest: "Von allen Lebewesen lacht allein der Mensch." Das ist falsch: Lachen kann durchaus tierisch sein.

Aber viele Tiere, deren Kommunikationsmuster wir gern als Lachen bezeichnen, können gar nicht lachen. Wie etwa Lachmöwen, die sich in der Gruppe zu einem "Massengelächter" hochschaukeln. Doch sie tun dies nicht aus Freude, sondern damit andere Lebewesen Angst vor ihrer Übermacht bekommen.

Auch das Schnattern der Delphine interpretieren wir als Lachen, weil sie dem Betrachter zusätzlich noch ein Dauergrinsen zeigen. Tatsächlich aber können Delfine oberhalb des Wassers aufgrund ihrer spezifischen Stimmbildung gar nicht anders als schnattern, und sie können auch nicht anders als grinsen, weil ihnen die Muskeln zu einer ausgefeilten Mimik fehlen.

Das Lachen der Affen

Dass Menschenaffen lachen können, liegt nahe. Schon Charles Darwin notierte, dass Schimpansen "lachähnliche Geräusche" von sich geben. Doch gerade diese speisen sich eher aus Aufregung und Stress. Das tatsächlich freudige Lachen der Affen wird von uns gar nicht als solches erkannt. "Das Lachen des Schimpansen etwa ist mehr ein gutturales Grunzen", erklärt der Psychologe Robert Provine. Die Affen und ihre Verwandten, die Menschen, haben beim Lachen verschiedene Wege eingeschlagen.

Auch das Lachen der Hunde bleibt dem Menschen in der Regel ebenfalls verborgen – obwohl beide doch schon seit Jahrtausenden zusammen leben. "Es klingt für ein untrainiertes menschliches Ohr nur wie das übliche Hundehecheln", erklärt Patricia Simonet vom Sierra Nevada College. Die Tiere geben es vor allem dann von sich, wenn sie spielen. Dass es tatsächlich ein Lachen ist, erkannte die Verhaltensforscherin daran, als sie das Spielhecheln aufnahm und anderen Hunden vorspielte, die im Zwinger gehalten wurden. Diese zeigten sofort deutliche Anzeichen von Entspannung. Spielte man ihnen hingegen ein normales Hecheln in Folge einer nicht-spielerischen Anstrengung vor, zeigten sie keine nennenswerte Reaktion.

Hyänen lachen aus Frustration

Bei den Tüpfelhyänen entdeckte kürzlich ein Forscherteam, dass ihr Gelächter dazu dient, die Rollen innerhalb einer Hierarchie zu festigen. Je nach Status innerhalb der Gruppe haben Tüpfelhyänen ein anderes Lachen mit unterschiedlicher Frequenz und Tonhöhe, das von den übrigen Mitgliedern des Rudels sofort erkannt und akzeptiert wird. Allerdings haben die Forscher auch beobachtet, dass Hyänen umso mehr lachen, wenn sie frustriert sind, etwa wenn ihnen ein Löwenrudel ihre Beute weggefressen hat. Das kommt dem menschlichen "Wenn du nichts hast, bleibt dir wenigstens noch dein Lachen" schon ziemlich nahe.

Lachen aus Spaß kennen Hyänen allerdings nicht. Dazu muss man zu den Ratten gehen. Wenn sie miteinander spielen, produzieren sie eine "Kakophonie von Zirpgeräuschen" im Bereich des für uns nicht hörbaren Ultraschalls. Mit Kitzeln am Bauch oder Nacken ließen sich diese Geräusche ebenfalls hervorrufen, und den Nagern gefiel es wohl.

Ratten lieben Kitzeleien

Innerhalb von kurzer Zeit liefen sie den kitzelnden Menschenhänden hinterher – was ein Hinweis ist, dass ihr Zirpen auch tatsächlich als Ausdruck von Lust und Freude zu interpretieren ist. Zudem suchten die lachfreudigen Ratten die Nähe anderer Kichernager, während ihre eher schweigsamen Artgenossen oft allein blieben. Das Lachen dient also als sozialer Kitt – hier treffen sich Ratte und Mensch in der Art der Interaktion.

Der amerikanische Bison liebt es, auf zugefrorenen Eisflächen zu schliddern. Dabei brüllt er ein lautes "Gwaa", das ihm beim Menschen den Ruf vom "laughing buffalo" einbrachte. Ob es tatsächlich eine Art Lachen ist, können Wissenschaftler bisher nicht einwandfrei bestätigen. Wir Menschen glauben nur zu gern, dass das eislaufende Bison Spaß am Unfug hat.

Quelle: RP/jre


Jetzt weiterlesen und die Rheinische Post testen.

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung. Beachten Sie
dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Was der Bachelor-Grad wert ist

Bildung

Was der Bachelor-Grad wert ist

Eine Umfrage unter angehenden Abiturienten hat ergeben: Schüler sehen gute Berufs-Chancen mit einem Bachelor-Abschluss, wollen aber dennoch ... mehr 

Astronaut Hadfield fühlt sich wie eine Laborratte

Rückkehr nach Monaten an Bord der ISS

Hadfield fühlt sich wie eine Laborratte

Chris Hadfield fühlt sich nach seiner Rückkehr zur Erde nach fünf Monaten an Bord der ISS wie eine Laborratte. mehr 

mehr Wissen
Aus der Region

Rückkehr nach Monaten an Bord der ISS

Hadfield fühlt sich wie eine Laborratte

Ähnlichkeit mit Edwards Scherenhänden

Johnny Depp ist Namensgeber für Fossil

Kommentar zum Erfolg in der Klonforschung

Riskantes Klonen

Videos

Video

Vorgestellt: Nashorn Kibibi aus dem Krefelder Zoo

Kibibi ist zwei Jahre alt und lebt im Krefelder Zoo. Doch lange kann sie dort nicht mehr bleiben, denn ihre Mutter ist erneut schwanger. ... mehr 

Königsparade unter blauem Himmel

Bei schönstem Wetter präsentierten sich mehr als 1500 Schützen und Musiker in Korschenbroich. Die Königsparade bei Unges ... mehr 

Schwarze Löcher, ferne Galaxien, explodierende Sonnen
Schwarze Löcher, ferne Galaxien, explodierende Sonnen
In dieser Fotostrecke zeigen wir Ihnen die .. mehr 
 
Schwarze Löcher, ferne Galaxien, explodierende Sonnen
Schwarze Löcher, ferne Galaxien, explodierende Sonnen
In dieser Fotostrecke zeigen wir Ihnen die ..
mehr 
Janes Knochen: Beweis für Kannibalismus in den USA
Janes Knochen: Beweis für Kannibalismus in den USA
Die Mitarbeiter des Archäologen-Teams sind sich ..
mehr 
Unsere schönsten Bilder der Erde
Unsere schönsten Bilder der Erde
Zum Tag der Erde haben wir unser Archiv nach ..
mehr 
Wie die Erde verdreckt
Wie die Erde verdreckt
Der Tag der Erde widmet sich der Umweltverschmutzung. Denn die Meere v ..
mehr 
Fische und Algen werden ins All geschossen
Fische und Algen werden ins All geschossen
Für viele Menschen wird die Fahrt in den Urlaub ..
mehr 
Die Liste skurriler Natursensationen
Die Liste skurriler Natursensationen
Antarktische Seeelefanten können von allen ..
mehr 
Commander Hadfield zeigt Deutschland aus dem All
Commander Hadfield zeigt Deutschland aus dem All
Commander Hadfield zeigt Deutschland aus dem All
mehr 
Fisch-Einkaufsratgeber nach Greenpeace
Fisch-Einkaufsratgeber nach Greenpeace
Fisch-Einkaufsratgeber nach Greenpeace
mehr 
Sehenswerte Bildbände
S.91_Giorgia Boscolo_(c) dpa.jpg

Bildband "Die Erste"

Diese Frauen veränderten die Welt

Welche Frau war die erste Nachrichtensprecherin, welche die erste Landesbischöfin, und welche trug als Erste Hosen im Deutschen Bundestag? Und wer wurde zur ersten Gondoliera der Welt? Ein Bildband zeigt nun starke Frauen, die sich als erste in einem ... mehr

 
Jan_Grarup_Somalia.jpg

Bildband "Fotos für die Pressefreiheit 2013"

Arbeit unter Lebensgefahr

Die Aufnahmen in dem Bildband "Fotos für die Pressefreiheit 2013" kommen aus Ländern wie Syrien, Mexiko und Somalia, aus denen Journalisten nur unter Lebensgefahr berichten können. Oder sie zeigen Menschen und Ideen, von denen die Herrschenden etwa ... mehr

 
Friseursalon am Astor Place

Bildband über einen legendären Laden

Der amerikanische Traum beim Frisör

Im Friseursalon am Astor Place in Manhattan arbeiten Friseure aus allen Ecken der Welt. Sie sind nach Amerika gekommen, auf der Suche nach einem besseren Leben. Der Berliner Fotograf Nicolaus Schmidt hat dem Laden ein Fotobuch gewidmet. mehr

Top-Services
Jetzt Fan werden!

Werden Sie jetzt Facebook-Fan von RP ONLINE und verpassen Sie keine News mehr.

Jetzt Facebook-Fan werden von RP ONLINE