Die Oberharzer Wasserwirtschaft, die einstige Energieversorgung des Harzer Bergbaus, ist in das Weltkulturerbe aufgenommen worden. Es ist ein System aus Teichen, Gräben, Stollen und Wasserläufen, das ab dem Mittelalter für die Versorgung des Harzer Bergbaus mit Wasserkraft errichtet wurde.
Das auch "Oberharzer Wasserregal" genannte System trieb früher die Wasserräder der sehr tiefen Harzer Bergwerke an, die so ihre Entwässerungspumpen ständig in Bewegung halten konnten.
Für die Wasserwirtschaft wurden im Mittelalter und der frühen Neuzeit insgesamt 149 Stauteiche, rund 500 Kilometer Gräben, 160 Kilometer Wasserstollen und 30 Kilometer größere Wasserläufe angelegt.
Die einzigartige Anlage zur Lieferung von Wasserkraft bedeckt noch heute eine Fläche von 1010 Hektar oder gut zehn Quadratkilometern.
In Betrieb sind noch 63 Teiche, 70 Kilometer Gräben und 21 Kilometer Wasserläufe. Weitere Gräben von 240 Kilometern Länge sind als trockene Kulturdenkmäler erhalten.
Auch drei ehemaligen Gruben im Oberharz, die das Wassersystem einst nutzten, schlug die Unesco dem Welterbe zu. Zu den drei Schachtanlagen zählt die Grube Samson in St. Andreasberg. In ihr kann man die weltweit letzte erhaltene Fahrkunst bewundern.