Alltagsrätsel: Wer verteilte die Buchstaben auf die Computertastatur?
zuletzt aktualisiert: 06.05.2003 - 16:50Düsseldorf (rpo). Links das A, rechts das Ä - wer oft am Computer sitzt, weiß, wo die Buchstaben liegen. Aber wer hat eigentlich das ABC auf die Tastatur gebracht und dabei genau diese Anordnung gewählt?
US-Journalist, Politiker und Erfinder Christopher Latham Sholes hatte 1868 die Idee, mit einem Hebel gegen Kohlepapier zu schlagen und so den Abdruck eines Zeichens auf Papier zu hinterlassen - die Schreibmaschine war geboren. Das Patent kaufte die Waffenfirma Remington; sie brachte die Schreibmaschine 1874 auf dem Markt. Doch etwas anderes macht Mr. Sholes unsterblich: die von ihm entwickelte und heute noch gängige Tastatur.
Sie beginnt links oben mit der Buchstabenfolge QWERTY, die im Deutschen nur leicht verändert zu QWERTZ wurde. Sholes, so die Geschichte, habe ein System gewählt, dass Buchstaben, die in Wörtern gerne gemeinsam auftreten, möglichst weit auseinanderliegen - damit es sich möglichst langsam schreiben lasse. Das sei nötig gewesen, weil sich bei den frühen Schreibmaschinen sehr leicht die Typenhebel verhakten. Die Schreibgeschwindigkeit etwas zu senken, bedeutete demnach Zeitgewinn, nicht Zeitverlust.
Seit 128 Jahren beklagen Kritiker nun die unpraktische Buchstabenverteiltung und schlagen bessere Systeme vor. Allen voran jenes, das der Amerikaner August Dvorak 1936 entwickelt hat. Dvorak siedelte alle Vokale links an, die wichtigen Konsonanten rechts, und zwar so, dass die häufigsten Buchstaben in einer Reihe liegen. Indes: QWERTY siegte, vermeintlich bessere Tastaturen setzten sich nicht durch. 1983 lieferte IBM seine standardisierte PC/XT Tastatur nebst Funktionstasten und Nummernblock. Der erste Schriftsteller im Besitz einer Remington-Schreibmaschine war übrigens Mark Twain. Als erster Autor lieferte er seinem Verlag ein maschinengeschriebenes Buchmanuskript ab: "Die Abenteuer von Tom Sawyer", getippt mit QWERTY.
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