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Forscher erwarten, dass die durchschnittliche Jahrestemperatur in einigen Regionen Deutschlands bis 2100 um bis zu vier Grad Celsius höher liegen könnte als im vergangenen Jahrhundert. Die Folgen wären regional und jahreszeitlich unterschiedlich. „Wir haben erstmals eine genauere Vorstellung davon, wie und wo sich der Klimawandel in Deutschland auswirkt. Wenn wir heute nicht handeln, kommt uns das im wahren Sinne des Wortes teuer zu stehen“, so Prof. Dr. Andreas Troge, Präsident des Umweltbundesamtes. Die wichtigsten Ergebnisse aktueller Detailberechnungen:
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Die Jahresmitteltemperaturen in Deutschland könnten bis 2100 im Vergleich zur zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts um 2,5 bis 3,5 °C – abhängig von der Höhe der zukünftigen Treibhausgasemissionen – steigen. Mit mehr als vier °C fällt die
Erwärmung im Winter in Süd- und Südost-Deutschland besonders stark aus.
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Die Sommer würden in Süd-, Südwest- und Nordostdeutschland wahrscheinlich trockener. Das bedeutete eine größere Waldbrandgefahr, Einbußen in der Landwirtschaft und Einschränkungen in der Binnenschifffahrt. Mit
verschärften Dürren ist besonders im Nordosten Deutschlands zu rechnen.
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Im Winter wird es in ganz Deutschland feuchter. Gerade in den Mittelgebirgen Süd- und Südwestdeutschlands ist mit
einem Drittel mehr Niederschlägen zu rechnen. Schnee wird es regional allerdings weniger geben: Fällt momentan etwa ein Drittel des Niederschlags in den Alpen als Schnee, könnte es am Ende des Jahrhunderts nur noch ein Sechstel sein. Das könnte sich negativ auf den Tourismus auswirken.
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Im Westen Deutschlands ist bei Niederschlägen ein Trend zu
kürzeren Wiederkehrzeiten extrem hoher Werte feststellbar, im Osten dagegen zu längeren. Somit steigt das Risiko dafür im Westen, während es im Osten eher absinkt.
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Was
Trockenperioden betrifft, so zeichnet sich
im Westen ein Trend zu einem häufigeren Auftreten ab, während dagegen die maximale Trockenperiodenlänge eher abnimmt.
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Der auch in Deutschland erkennbare
Erwärmungstrend wirkt sich mehr auf die Abnahme extrem tiefer Temperaturen als auf die Zunahme extrem hoher Temperaturen aus.
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Bis 1960/70 lag die Wahrscheinlichkeit für einen
Hitzesommer wie wir ihn
2003 erlebt haben bei einem Eintreten in 10.000 Jahren. Seit 1970/80 ist die Wahrscheinlichkeit dafür deutlich angestiegen, liegt bei einem Eintreten in 455 Jahren. Das ist zwar immer noch als extrem selten einzustufen, bedeutet aber einen Anstieg der Wahrscheinlichkeit um mehr als das 20-fache. Nähme man an, dass weiterhin alle 10 Jahre diese Wahrscheinlichkeit um den Faktor zehn anstiege, so würde solch ein Extremsommer in 100 Jahren bereits
rund alle fünf Jahre eintreten.
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Bei der Temperatur ist vor allem der
Erwärmungstrend auffällig. Obwohl in den letzten Jahrzehnten der Herbst davon ausgenommen zu sein scheint, ist vor dem Hintergrund der vom Menschen verursachten Klimaänderungen mit einem weiteren Erwärmungstrend in allen Jahreszeiten zu rechnen, der mit einer Wahrscheinlichkeitszunahme extrem heißer Tage und entsprechenden Abnahme extrem kalter Tage Hand in Hand geht.
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Beim Niederschlag ist ein Trend zu einem wirklich
extremeren Klima zu beobachten. Winterliche Starkniederschläge und Sommertrockenheit, beides mit zunehmender Tendenz, sind hier die größten Risiken.
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Die neuen Ergebnisse zeigen klar: Der
Klimawandel wird vor Deutschland nicht halt machen. Und er ist
bereits spürbar: Durch die Hitzewelle im Jahr 2003 waren in Deutschland mehr als
7.000 Tote zusätzlich zu beklagen. Die Schäden als Folge extremer Wetterereignisse der vergangenen zehn Jahre belaufen sich in Deutschland auf etwa 16,5 Milliarden Euro. Die Kosten durch den Klimawandel könnten bis 2050 auf
jährlich 27 Milliarden Euro steigen.