Bündnis formiert sich: Widerstand gegen Kopfnoten wächst
zuletzt aktualisiert: 15.01.2008 - 17:14Düsseldorf (RPO). Die umstrittenen Kopfnoten für Schüler in Nordrhein-Westfalen stoßen auf heftige Gegenwehr. Nun hat sich ein Bündnis aus Schülern, Elternvertretern, Gewerkschaften und Landtags-Opposition gegen diese Art der Zensuren formiert.
"Eine Bewertung des Sozialverhaltens bedeutet die Stigmatisierung und Diskriminierung der Schüler", kritisierte der Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Andreas Meyer-Lauber, am Dienstag in Düsseldorf. Auch Catharina Claes von der Landesschülervertretung und Eberhard Kwiatkowski, Vorsitzender der Landeselternkonferenz NRW, forderten die Landesregierung auf, die Kopfnoten wieder abzuschaffen.
"In der Schule sollte nur das überprüft werden, was dort auch gelernt wird", forderte Grünen-Fraktionschefin Sylvia Löhrmann. Eine Bewertung der Persönlichkeit des Schülers durch die Lehrer sei unangemessen. Die Grünen hatten Vertreter von GEW sowie die Schüler- und Elternvertreter zu einer Diskussion zum Thema eingeladen.
Auf den Halbjahreszeugnissen müssen die Kopfnoten am Ende dieser Woche erstmals vergeben werden. Am Samstag (19. Januar) findet deshalb in Düsseldorf eine Demonstration gegen die neuen Noten statt. Veranstalter ist die Landesschülervertretung NRW. Unterstützt wird der Protest auch von der SPD, den Grünen und der GEW.
Mit dem Schuljahr 2007/2008 wurden von der schwarz-gelben Landesregierung auf den Zeugnissen in Nordrhein-Westfalen wieder Kopfnoten für das Arbeits- und Sozialverhalten eingeführt. Diese Noten können durch Beschreibungen ergänzt werden. Zudem wird in einem Bemerkungsfeld besonderes schulisches oder außerschulisches Engagement wie die Mitarbeit in einer Schülervertretung oder bei einer Schülerzeitung gewürdigt.
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