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Was die Welt bewegt: Wie entsteht eine Gänsehaut?

DDT - zuletzt aktualisiert: 02.07.2010 - 10:51

Düsseldorf (RP). Jeder Mensch hatte es schon einmal. Die sogenannte "Gänsehaut". Die kleinen Härchen stellen sich auf, wenn uns kalt ist, wenn wir Kreide an der Tafel quietschen hören oder wenn der eigene Fingernagel über Lack kratzt. Dasselbe passiert mitunter, wenn wir uns gruseln. Warum?

Die Gänsehaut sieht so aus wie die Haut einer Gans ohne
Federn.  Foto: RPO
Die Gänsehaut sieht so aus wie die Haut einer Gans ohne Federn. Foto: RPO

Wissenschaftlich ausgedrückt ist eine Gänsehaut eine reflektorische Aufrichtung der Haare mit spitzkegeligem Vorspringen des Haarfollikels infolge einer Kontraktion des Musculus arrector pili.

Was so kompliziert klingt, ist einfach erklärt: Die Haare stecken in Einstülpungen der Epidermis (obere Hautschicht), den so genannten Haarwurzelscheiden. Daran sind winzige Muskeln befestigt, die das schräg verlaufende Haar reflexartig in eine senkrechte Stellung aufrichten.

Durch den gleichzeitigen Zug des Muskels auf die Oberhaut bilden sich kleine Hügel. Weil das so aussieht wie die Haut einer Gans ohne Federn, spricht man von Gänsehaut. Was zunächst sinnlos erscheint, lässt sich entwicklungsgeschichtlich erklären.

Als unsere Vorfahren dicht behaart waren und in Höhlen Schutz vor Kälte suchten, stellten sich ihre Haare auf. Das "Fell" wurde dichter, bildete eine wärmende Luftschicht am Körper und schützte gegen die Kälte.

Als Imponiergehabe betrachten Forscher das Entstehen einer Gänsehaut, wenn wir uns erschrecken. Wenn unsere Vorfahren einem Feind gegenübertraten, stellten sich die Haare reflexartig hoch. Die Drohgebärde sollte beeindruckend wirken. Wenn Primaten "die Haare zu Berge stehen", heißt das: Vorsicht! Ein aufgestellter Pelz lässt die Tiere imposanter erscheinen.

Bei Haustieren können wir das gut beobachten: etwa bei einer Katze, die sich von einem Hund bedroht fühlt. Sie sträubt die Nackenhaare und plustert den Schwanz zur Form einer Flaschenbürste auf.


 
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