Vermutlich aus Asien eingeschleppt: Wollige Napfschildlaus fällt über Stadtbäume her
zuletzt aktualisiert: 03.07.2003 - 13:38Hamburg/Braunschweig (rpo). Eine nur wenige Millimeter große Einwanderin aus Asien fällt derzeit massenhaft über Deutschlands Bäume her: die wollige Napfschildlaus. Sie zapft bevorzugt Laubbäume an.
"Das Tierchen saugt den Saft aus der Rinde und entzieht dem Baum damit die energiereichen Substanzen", erläuterte der Forstpathologe Rolf Kehr von der Biologischen Bundesanstalt in Braunschweig am Donnerstag.
Besonders Hamburg berichtete über einen starken Befall von Linden, Ahorn und Rosskastanie. Bereits geschwächte Pflanzen könnten im Extremfall absterben, teilte die Hamburger Umweltbehörde mit. Für Menschen und Tiere bestehe keine Gefahr.
Die rund fünf Millimeter großen Weibchen der Napfschildlaus (Pulvinaria regalis) sondern eine weiße Wachswolle ab, in die sie ihre Eier legen. Diese weiße Schicht kann wie Schimmel aussehen. Seit den 60er Jahren wird die Schildlaus Kehr zufolge in Großbritannien beobachtet. In den 80er Jahren sei sie vermutlich nach Deutschland eingeschleppt worden.
Zuerst tauchte der Schädling im Raum Köln-Bonn auf, der wegen des warmen Rheinklimas auch heute noch einen Schwerpunkt bildet. Von dort breitete sich die Napfschildlaus nach Süden und Norden aus und hat vor einigen Jahren Hamburg erreicht. "Es gibt aber auch bereits einzelne Berichte aus Berlin", sagte Kehr.
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