Mit dem Schiff, auf den Pfoten, über den Luft- oder den Wasserweg: Viele Tiere wie dieser Citrusbockkäfer sind in den vergangenen Jahren nach Deutschland übergesiedelt und fühlen sich hier anscheinend wohl. Jedenfalls wollen sie nicht mehr weg. Wir zeigen Ihnen eine Auswahl der tierischen Zuwanderer.
Der Seidenreiher hat ebenfalls den Weg nach Deutschland gefunden.
Von Zentralchina aus machte sich die Wanderratte im 18. Jahrhundert auf, die Welt zu erobern. Heute ist die Wanderratte auf allen Kontinenten verbreitet, in Deutschland verdrängte sie weitgehend die Hausratte.
Am Oberhein brüten derzeit etwa 100 Paare des Bienenfressers, der ursprünglich aus den Tropen und Subtropen stammt. Der Vogel trägt seinen Namen zurecht, denn Bienen sind seine Leibspeise. Laut Deutschem Institut für Vogelforschung in Wilhelmshaven ist die zunehmende Ausbreitung des Bienenfressers auf die Klimaerwärmung in Deutschland zurückzuführen.
Foto: Erlebnis-Zoo Hannover
Ein echter Promi unter den Bioinvasoren ist die Hausratte. Im 16. Jahrhundert schlich sie auf europäische Schiffe und gelangte so in die "Neue Welt". Dort verdrängten die Hausratten verschiedene Vögel- und Schildkrötenarten.
Eigentlich ist Afrika ihr Heimatland, aber inzwischen hat sich die Gottesanbeterin von Asien aus über den gesamten Mittelmeerraum ausgebreitet. In Deutschland gibt es sie seit Beginn der 1990er Jahre. Die Gottesanbeterin bedroht keine anderen Tiere - vielmehr gehört sie selbst zu den gefährdeten Arten: Seit 1997 steht die Gottesanbeterin auf der "Roten Liste der Bedrohten Arten" des Naturschutzbunds.
An kleinen Tümpeln und Teichen fühlt sich der Seidenreiher besonders wohl. Der Seidenreiher ist ein Zugvogel, der an der Küste Englands, Frankreichs sowie auf der Iberischen Halbinsel, in Nordafrika oder der Türkei überwintert. In den vergangenen Jahren schlägt er sein Winter-Quartier auch gerne in Deutschland auf.
Der nordamerikanische Waschbär wurde im Jahr 1927 als Pelztier nach Deutschland importiert. Der Waschbär ist ein Raubtier: Nicht nur Pflanzen, sondern auch Vögel und kleinere Wirbeltiere stehen auf seiner Speisekarte. Dennoch glauben Tierschützer nicht, dass der Waschbär die Existenz anderer Tierarten bedroht.
Foto: Stephan Trösch/Ornithologische Arbeitsgemeinschaft Bodensee
Ursprünglich stammt er aus der Schweiz, in den vergangenen Jahrzehnten breitet er sich allerdings in Richtung Nordosten aus. 1983 brütete der Orpheusspötter erstmals im Saarland, inzwischen baut er seine Nester außerdem in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Der Orpheusspötter hat aber nicht nur in Deutschland, sondern auch in Nordafrika, Italien, Frankreich und Belgien ein neues Zuhasue gefunden.
Vertrieben und ausgerottet waren die deutschen Wölfe. Seit etwa acht Jahren kehren vereinzelt Tiere wieder zurück in die heimischen Wälder. Vertreten mit nur knapp 30 Tieren sind die Wölfe das seltenste Säugetier Deutschlands.
Mit dem Dornfinger tritt in Deutschland erstmals eine Spinnenart auf, die dem Menschen schmerzhafte Bisse zufügen kann und die früher nur in wesentlich wärmeren Gegenden zu finden war.