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Hirnnutzung bei Frauen offenbar zyklusabhängig: Nach dem Eisprung keine Orientierung

zuletzt aktualisiert: 20.09.2003 - 16:50

Hamburg (rpo). Nach dem Eisprung verlieren Frauen die Orientierung. Zwei Studien aus Bonn und Kanada haben ergeben, dass Frauen ihr Hirn je nach Zyklusphase unterschiedlich nutzen. Nach dem Eisprung widmet sich das weibliche Gehirn stärker der Sprache - hat dafür allerdings eine schlechtere räumliche Orientierung.

Das berichtet das Hamburger Magazin "GEO" in seiner Oktoberausgabe (S. 191) mit Verweis auf die entsprechenden Studien. Ursache der veränderten Hirnaktivität sind demnach die weiblichen Hormone, deren Konzentration nach dem Eisprung besonders hoch ist.

Die meisten Menschen verarbeiten Sprache mit der linken Gehirnhälfte. In der Zeit nach dem Eisprung nutzen Frauen jedoch beide Hirnhälften zur Sprachverarbeitung, wie ein Team um Guillén Fernández von der Universität Bonn beobachtet hat. Eine Verbesserung der verbalen Fähigkeiten registrierten die Forscher dadurch allerdings nicht.

In einem Versuch mussten zwölf Probandinnen zu verschiedenen Zykluszeiten Wörter mit ähnlicher Bedeutung auffinden. Aufnahmen mit einem Kernspintomographen zeigten bei geringer Hormonkonzentration nur eine Aktivität in der linken Gehirnhälfte, wie sie auch bei Männern üblich ist. Bei hohem Hormonspiegel der Frauen wurden aber auch Areale der rechten Hirnhälfte einbezogen. Die Probandinnen lösten die Aufgaben jedoch zu allen Zeiten gleich gut.

Gesonderte Untersuchungen einer Gruppe um Elizabeth Hampson von der Universität von Western Ontario ergaben allerdings, dass die weiblichen Hormone die Fähigkeiten von Frauen auf Gebieten wie der Sprache steigern, auf denen sie Männern ohnehin meist überlegen sind. Kehrseite der Medaille: Die weiblichen Hormone hindern unter Umständen Fähigkeiten wie die räumliche Orientierung, die hauptsächlich die rechte Gehirnhälfte beanspruchen. Auf diesem Gebiet seien Frauen nach dem Eisprung Männern gegenüber besonders benachteiligt, schreibt "GEO".

Kommunikation zwischen den Hirnhälften: Nicht der Augenschein zählt, sondern der Auftrag.  Foto: RPO
Kommunikation zwischen den Hirnhälften: Nicht der Augenschein zählt, sondern der Auftrag. Foto: RPO

 
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