Suche nach Wasser: Nasa nimmt den Mond unter Beschuss
zuletzt aktualisiert: 09.10.2009 - 08:49Washington (RPO). Die US-Weltraumbehörde Nasa beschießt am Freitag den Mond mit einer ausgebrannten Raketenstufe. Selbst erfahrene Experten sind gespannt. Sie hoffen darauf, einen endgültigen Beweis für Wasser auf dem Mond zu finden.
Am Freitagmittag soll es soweit sein. Dann lässt die US-Raumfahrtbehörde eine ausgebrannte Raketenstufe und außerdem noch eine Sonde mit einer Geschwindigkeit von geschätzten 9000 Stundenkilometern in einen Krater am Südpol des Erdtrabanten stürzen. Ziel ist es, eine möglichst große Staubwolke zu erzeugen. Darin wollen die Forscher nach Spuren von Wasser oder Eis suchen.
Wer will, kann dieses Spektakel live auf den Internetseiten der Nasa mitverfolgen. Um 13.30 Uhr soll der Einschlag erfolgen. Auf der Nasa-Website zählt eine Uhr die Sekunden herunter.
Wasser ist eine wichtige Voraussetzung für den Aufbau längerfristiger bemannter Stationen auf dem Mond. Forscher vermuten, dass sich gerade tief unten in Kratern an den Polen, die nicht dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt sind, Wasser in Form von Eis gesammelt haben könnte.
In den von der NASA ausgesuchten Krater "Cabeus A" soll am Freitag um 13.31 Uhr (MESZ) eine zwei Tonnen schwere ausgebrannte Raketenstufe stürzen. Sie wurde im Juni zusammen mit dem Satelliten "LCROSS" (Lunar Crater Observation and Sensing Satellite) ins All und in eine Umlaufbahn um den Mond geschossen. LCROSS hat seitdem die Mondoberfläche mit einer hochauflösenden Kamera fotografiert.
Direkt hinter der Raketenstufe fliegt "LCROSS". Der Satellit analysiert die aufsteigende, vermutlich fast zehn Kilometer hohe Staubwolke und schickt Bilder von dem Einschlag zur Erde, bevor er dann vier Minuten später selbst in den Krater stürzt. Die zweite Staubwolke soll nur etwa ein Drittel so hoch werden wie die erste. "Das wird richtig cool", sagte LCROSS-Projektmanager Dan Andrews der Nachrichtenagentur AP. "Das ist richtig spektakulär, wenn man sieht, wie der Mond direkt auf einen zukommt."
Für den Erdtrabanten sind Einschläge dieser Größe nichts Besonderes. Etwa vier Mal im Monat wird er von Gesteinsbrocken dieser Größe getroffen. Dieses Mal passiert das aber an einem Ort und in einem Winkel, den die Wissenschaftler für besonders interessant halten.
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