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Serie "Zurück zur Natur" (10): Natur und Poesie

zuletzt aktualisiert: 25.07.2006 - 13:58

Düsseldorf (RP). Eine kleine Bühne und viele Protagonisten: Daraus setzen sie sich zusammen. Die täglichen Episoden, die Heide Zotter in ihrem Garten in Oberkassel erlebt. Etwa, wenn früh morgens der Zaunkönig auf die weiße Mauer flattert, seinen Schwanz aufgestellt wie ein kleines Segel, zimtbraun, winzig und „ganz, ganz frech“, wie die Beobachterin meint. „Selbst meine Katze Molly kann ihm keine Angst einjagen.“

Heide Zotter hat in ihrem Oberkasseler Hinterhof eine Oase geschaffen.  Foto: ddp, ddp
Heide Zotter hat in ihrem Oberkasseler Hinterhof eine Oase geschaffen. Foto: ddp, ddp

Außer von Katz und König ist die 66-Jährige auch von Eichelhäher, Ringeltaube, Amsel und Rotkelchen umgeben. „Gerade bei diesem Wetter kommen sie gern an meinen Brunnen“, erzählt Heide Zotter. Er sorgt für Frische, dient als Tränke und Bad. Aus Terrakotta und mit Rosen umrankt befindet sich der Brunnen an der Spitze des Gärtchens. Etwas spöttisch nennt sie ihn „Kitschbrunnen“, aber ein wenig Romantik könne nicht schaden.

Und die gibt es eigentlich reichlich in ihrem Hinterhof-Idyll: Über einer alten Teppichstange hängt tiefgrünes Efeu herab, das sich über die Jahre selbst zu einem Geflecht der Natur gewebt hat. Überzogen sind damit auch die weißen Mauern, die das Grundstück begrenzen. Kübel mit Buchsbaum, Rose und Hortensie stehen auf dem niederländischen Klinker-Boden und unterstreichen die verwunschene Atmosphäre.

„Hier vergesse ich, dass ein paar Meter weiter das Leben am Belsenplatz tobt“, meint die Oberkasselerin. Selbst in der Mittagshitze ist es schattig und kühl. Großzügige Sonnenschirme gibt es gleich zwei an der Zahl: Die hochgewachsene Eibe schirmt die Strahlen der Sonne bis in den frühen Nachmittag ab, dann wird sie abgelöst von der Birke, die bis zum Abend Schatten spendet.

„Für manche sind Bäume ja nur lästig, rauben Licht und machen Dreck“, sagt Zotter. Für sie unverständlich, „wir brauchen die Bäume.“ Generell liebt sie die Natur, Parks und ihren Garten. Und durch ihr fast lyrisches Beobachten hat die 66-Jährige zur Poesie gefunden. Gern schreibt sie in ihrem Garten, auch über die dortigen Episoden.

Quelle: Rheinische Post

 
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