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Schon seit dem vierten Jahrhundert: Philosoph: Evolutionstheorie mit Bibel vereinbar

zuletzt aktualisiert: 04.05.2008 - 15:14

Warschau (RPO). Zwischen Evolutionstheorie und der Schöpfungsgeschichte besteht kein Widerspruch. Dieser Ansicht ist der diesjährige Templeton-Preisträger Michal kazimierz Heller. Zuvor hätte das schon der heilige Augustinus gesagt.

Wer dies behaupte, mache das Christentum lächerlich, sagte der polnische Philosoph und Priester im Interview der Tageszeitung "Dziennik" (Freitag). Wenn eine Interpretation der Bibel mit der Wissenschaft unvereinbar sei, müsse die Auslegung der Heiligen Schrift geändert werden, forderte der Gewinner des sogenannten theologischen Nobelpreises. Dabei berief sich der 72-jährige Heller auf den heiligen Augustinus, der dies bereits an der Wende vom vierten zum fünften Jahrhundert gesagt habe.

Den Gegnern der Evolutionstheorie, die die Bibel als Argument anführen, warf Heller "ein sehr hohes Maß an religiöser Ignoranz" vor. Aus Sicht der Wissenschaft lasse sich die Evolutionstheorie nicht bestreiten. Die Kreationisten lehnen die Lehre von der gemeinsamen Abstammung und der Entwicklung der Arten ab, weil sie mit der Schöpfungsgeschichte der Bibel unvereinbar sei.

Beziehungen zwischen Wissenschaft und Religion

Die Templeton-Stiftung hatte Heller im März mit dem nach dem englischen Milliardär und Philanthropen Sir John Templeton benannten Preis ausgezeichnet. Damit solle das wissenschaftliche Lebenswerk des Priesters "zum Verhältnis von Religion, Theologie und Wissenschaften" gewürdigt werden, hieß es zur Begründung. Mit dem Preisgeld von rund einer Million Euro gründete Heller in Krakau ein Kopernikus-Zentrum, das sich mit den Beziehungen zwischen Wissenschaft und Religion beschäftigen soll. Träger sollen die Jagiellonen-Universität Krakau und die Päpstlich-Theologische Akademie Krakau werden.

Der Kosmologe, Physiker, Philosoph und Theologe Heller ist Professor für Philosophie an der Päpstlichen Theologischen Akademie Krakau. Unter anderem gehört er der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften an. Zudem arbeitet er an der Vatikanischen Sternwarte.

Quelle: afp

 
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